• Die zwei obersten Stockwerke des Kinkakuji (金閣寺) sind vollständig mit Blattgold überzogen, weshalb der Tempel auch den Namen „Goldener Pavillon“ trägt. Ursprünglich war die Anlage im Nordwesten Kyotos der Alterswohnsitz von Shogun Ashikaga Yoshimitsu (1358-1408). Der aktuelle Bau ist jedoch sehr viel jünger, da die Gebäude im Laufe ihrer Geschichte häufig abgebrannt sind. Zuletzt geschah dies am 2. Juli 1950, als der Tempel Opfer eines Brandanschlags wurde.

    Dieser Brandanschlag ist auch das Thema von einem von Yukio Mishimas Romanen mit dem passenden Titel „Der Goldene Pavillon“. Darin erzählt er die fiktive Geschichte eines jungen buddhistischen Mönches, der von der Schönheit weiterlesen… “Der Goldene Pavillon- Kinkakuji (金閣寺)”


  • Yukio Mishima hat sich zeitlebens dafür geschämt den Zweiten Weltkrieg überlebt zu haben. Zu schwach und schmächtig, um eingezogen zu werden, versteckte er sich auf dem Land, während seine Kameraden ihr Leben ließen. In der Nachkriegszeit wird er zu einem von Japans größten Schriftstellern, aber der selbst empfundene Makel lässt ihn nicht los. Er betreibt einen intensiven Körperkult und trainiert leidenschaftlich. In seinem Essay „Sun and Steel“ schreibt er: „Als mein Körper Muskeln und in Folge Stärke erlang, wurde in mir graduell eine positive Akzeptanz des Schmerzes geboren. Mein Interesse an physischem Leiden vertiefte sich.“ Als der Tenno nach dem weiterlesen… “Yukio Mishima-Bekenntnisse einer Maske”


  • Das „Samurai Ninja Museum“ in Kyoto ist eine interaktive, lustige, aber vor allem für Kinder perfekt geeignete, kleine Ausstellungshalle. Bei einer obligatorischen Führung bekommt man nicht nur die verschiedenen Rüstungen und Waffen gezeigt, sondern darf zum Schluss sogar selbst ein paar Shuriken (sternförmige Ninja-Wurfwaffen) schmeißen. Es handelt sich um einen wirklich lebhaften Kurzausflug in das feudale Japan mit seinen Kriegsherren, ehrvollen Kämpfern und Intrigen.

    Anfangs dienten die Samurai lediglich als Soldaten für den Kaiser und die Adelsfamilien. Mit dem Aufstieg des Shōgunats und der Etablierung einer Militäraristokratie wurden die Samurai jedoch zur herrschenden Klasse. Zwischen dem 12. Jahrhundert und der weiterlesen… “Das „Samurai Ninja Museum“ in Kyoto”

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  • Der „Tempel des zur Ruhe kommenden Drachens“ (Ryoan-ji 龍安寺) ist berühmt für seinen Zen-Steingarten. Ursprünglich das Privatgebäude eines Adeligen, wurde der Tempel 1450 gegründet. Der berühmte Steingarten stammt ebenfalls aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und besteht aus einem See aus fein gerechtem Kies mit 15 scheinbar zufällig angeordneten Steinen in fünf bemoosten Gruppierungen. Der Trick bei der Sache ist: aus keinem Blickwinkel sind alle 15 Steine sichtbar. Die umgebende Mauer wurde mit ölgetränktem Ton verputzt. Im Laufe der Jahrhunderte trat das Öl aus und hinterließ das charakteristische Muster an der Wand.

    Mönche nutzten diese Gärten, um sich in der weiterlesen… “Der Tempel des zur Ruhe kommenden Drachens (Ryoan-ji 龍安寺)”


  • Am Fuße des Berges ist der Fushimi Inari Schrein rappelvoll! Immerhin gilt er als einer der bekanntesten und wichtigsten Shintō-Schreine Japans. Man drückt sich also durch die Menschenmengen und hat kaum Raum zum Atmen. Jedoch war der Aufstieg gerade bei den hohen Temperaturen im Sommer nicht unanstrengend, sodass es mit jedem Höhenmeter leerer wurde. Weiter oben angelangt, konnte man immer wieder Bereiche finden, die fast menschenleer waren.

    Der Fushimi Inari Schrein ist vor allem aufgrund seiner Alleen aus Tausenden von orange-roten Torii-Toren bekannt. Diese Tore werden meist von Privatpersonen oder Unternehmen gestiftet, oft als Dank für geschäftlichen Erfolg. Das Durchschreiten weiterlesen… “Fushimi Inari Schrein”

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  • Der Shimogamo-jinja Schrein in Kyoto ist einer der ältesten Shinto Schreine in ganz Japan und stand an dieser Stelle schon lange bevor Kyoto zur Hauptstadt wurde.

    Der Shintoismus ist der traditionelle Volksglaube Japans, bei dem sogenannte Kami, also Naturgeister, Ahnen und heilige Kräfte, verehrt werden. Harmonie mit der Natur, rituelle Reinheit und den Kontakt zur Geisterwelt haben einen hohen Stellenwert. Jedoch gibt es keine festen Dogmen oder zentrale religiöse Schriften.

    Der Shimogamo-jinja Schrein ist dem Kami des Donners gewidmet. Der Legende nach badete die Schönheit Tamayori-hime entlang eines Flusses, wo sie einen rot lackierten Pfeil im Wasser treiben sah. Als weiterlesen… “Shimogamo-jinja Schrein in Kyoto”

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  • Für über 500 Jahre, nämlich von 1331 bis 1869, war Kyoto die Hauptstadt Japans und Sitz des Kaiserhauses. Erst mit der Meiji Restauration wird die rapide Modernisierung des Landes eingeleitet und die Hauptstadt nach Tokyo verlegt.

    In der Architektur des Kaiserpalasts in Kyoto spiegelt sich das elaborierte Hofzeremoniell einer alten Zeit wider. Direkt neben dem ehemaligen Bediensteteneingang, durch den ich den Palast betrat, befinden sich z.B. die Warteräume für die Audienz mit dem Herrscher. In aufsteigender Wichtigkeit: der Pflaumenblühten-Raum, der Raum des Kranichs und schließlich der Raum des Tigers. Letzterer ist kein in Japan heimisches Tier und galt deshalb als weiterlesen… “Kyoto”

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  • Der Weg des Philosophen (哲学の道) führt im Schatten unzähliger Kirschbäume, entlang eines kleinen Bachs (dem Biwasee-Kanal) durch eine verschlafene Nachbarschaft und grenzt an so viele Tempelanlagen, dass es schwer ist sie alle auseinanderzuhalten. Auch der Shoren-in und der Chion-in Tempel aus einem vorherigen Beitrag befinden sich in der unmittelbaren Nachbarschaft. Der Name dieses kleinen Pfads, soll auf Kitaro Nishida (1870-1945) zurückgehen, dem Begründer der modernen japanischen Philosophie, von dem man sich erzählt, dass er am Rand dieses Wegs gerne meditierte.

    Der Tempel Eikan-dō Zenrin-ji wird der Jodo-Schule des Buddhismus zugerechnet, die von dem Mönch Honen (1133-1212) im 12. Jahrhundert gegründet weiterlesen… “Der Weg des Philosophen (哲学の道)”


  • Der Nanzen-ji Tempel verfügt ebenfalls über ein enormes Eingangstor. Auch wenn es nicht ganz so massiv ist wie das des Chion-in Temples, so kann man es gegen einen kleinen Obulus besteigen und von seinem Balkon aus, den Blick über ganz Kyoto schweifen lassen. Erbaut im Jahr 1628 ist das Eingangstor auch der Ort eines berühmten Kabuki Theaterstücks. Das Stück mit dem Titel „Das goldene Tor und das Paulownia-Wappen“ (Sanmon Gosan no Kiri 樓門五山桐) wurde erstmals 1778 aufgeführt, aber erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit.

    Ein weiteres Merkmal dieses Tempels ist das Aquädukt im westlichen Stil, welches 1890 erbaut wurde weiterlesen… “Nanzen-ji Tempel (南禅寺)”


  • Der Chion-in Tempel vertritt die Reine-Land-Schule des Buddhismus (Jìngtǔzōng 淨土宗). Auf Deutsch wird diese Glaubensrichtung manchmal Amitabha-Buddhismus genannt bzw. in seiner explizit japanischen Ausgestaltung auch „Jodo-Schule“. Der japanische Begründer der Schule, der Mönch Honen (1133-1212) lebte an diesem Ort und predigte, dass vor allem das regelmäßige Rezitieren von Buddhas Namen genügt, um das „Reine-Land“ zu erreichen. Das „Reine-Land“ ist dabei selbst noch kein Zustand der Erleuchtung, sondern vielmehr eine Art Paradies, in dem der Gläubige nach seinem Tod die idealen Bedingungen vorfindet, um durch intensive Meditation die wahre Erleuchtung zu erreichen. Der Kerngedanke besteht darin, dass in einer chaotischen, unbeständigen weiterlesen… “Der Chion-in Tempel”