• Geleitwort (xùwén 序文)

    Chinosophie versucht den Brückenschlag zwischen den Weisheitslehren des alten China und den Gedankengebäuden der westlichen Philosophie. Der thematische Umfang ist bewusst weit gewählt und umfasst Übersetzungen antiker Texte, Rezensionen aktuelle Bücher, sowie politische Betrachtungen und alltägliche Reflexionen mit gelegentlichen Ausflügen in die Welt der Brett- und Kartenspiele.

    In weiten Teilen deckt sich dieser Blog mit Beiträgen, die bereits auf anderen Plattformen erschienen sind, sei es bei instagram bzw. facebook, auf boardgamegeek.com oder auf academia.edu. Da sich diese Plattformen aber zunehmend zu KI getriebenen Werbeschleudern entwickeln, habe ich mich entschieden diesen kleinen Blog zu pflegen weiterlesen… “”


  • Während man im alten China auf Bambusstreifen schrieb, benutzte man im alten Südindien dafür Palmblätter.

    Das „Palm Leaf Manuscript Museum“ in Trivandrum, Kerala wurde 2023 in einem ehemaligen Gefängnisgebäude errichtet und stellt heute hauptsächlich Amtsakten von 1249 bis 1896 aus, also Berichte über Steuererhebungen, viele Verträge über Ländereien, Kriegserklärungen und Amtsernennungen. Man muss sich nur vorstellen, dass selbst unter der britischen Kolonialherrschaft Palmblätter weiterhin das Medium für offizielle Schriftstücke blieben! Das Museum ist so klein und familiär, dass wir beim Betreten zunächst gebeten wurden die Schuhe auszuziehen. Ohne darum gebeten zu haben, bekamen wir gleich eine großartige, private Führung durch weiterlesen… “Palm Leaf Manuscript Museum”


  • Im Napier-Museum in Trivandrum (Kerala, Indien) waren auch beeindruckende Lederfiguren ausgestellt, die man bei javanischen Schattenspielen verwendet. Die Figuren sind aus gegerbtem Büffelleder geschnitten, mit zahlreichen winzigen Löchern versehen, die an Damen-Spitzenunterwäsche erinnern und oft sind sie bemalt oder sogar vergoldet. Der Puppenspieler sitzt dann hinter einer von Feuer beleuchtenden Leinwand und führt die Puppen an Stäben. Auf der anderen Seite der Leinwand sieht das Publikum nur ihre Schatten.

    Diese Art Puppenspiel begleitet mich schon seit Jahren. Als Kind hatte ich schon mal die Gelegenheit eine solche Aufführung zu sehen, aber das ist schon so lange her, dass die Erinnerung weiterlesen… “Javanesisches Schattenspiel”


  • Das Napier-Museum in Trivandrum, der Hauptstadt der Provinz Kerala in Indien, beeindruckt schon allein durch seine Architektur. Das Gebäude wurde 1880 errichtet und nach dem damaligen britischen Gouverneur Francis Napier benannt. Dabei mischt es Stile verschiedener Kulturen. So z.B. Buntglasfenster und kleine Türmchen aus Europa, Dächer aus geflochtenen Kokosblättern wie in Kerala üblich, vier turmartige Aufbauten, die an Minarette erinnern und das ganze kombiniert mit detaillierten Schnitzereien und bunten Backsteinen. Das Gebäude selbst ist die Synthese von indo-islamischen und europäischen Stilen unter dem Dach des britischen Kolonialismus.

    Das älteste Ausstellungsstück stammt aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert und ist eine Buddhastatue weiterlesen… “Napier-Museum”


  • Nur wenige Minuten von Kuvalam entfernt, hinter den Lagunen am Meer liegen flache, brackige Gewässer: die sogenannten Backwaters von Kerala. Mehrere Flüsse aus den Bergen münden dort, Kanäle durchziehen das Land, und bei Regen und Gezeiten steht vieles unter Wasser. An den Ufern wachsen noch Reste von Mangroven, dazwischen Kokospalmen und tiefliegende Reisfelder. Dieses Gewirr aus Wasser, Schlick und Grün wurde zum Lebensraum einer fantastischen Vielzahl an Tieren.

    Nahezu lautlos glitten wir auf einem Stocherkahn durch den dichten Mangrovenwald und bekamen dabei Storche zu sehen, den berühmten Brahmanenweih (ein kastanienbrauner Adler mit weißem Kopf), einen Kormoran (ein schwarzer Tauchvogel, der weiterlesen… “Die Backwaters von Kerala”


  • Zum 65sten Geburtstag meiner Mutter sind wir nach Indien geflogen und haben ein paar Tage in Kovalam, in der Nähe von Trivandrum, der Hauptstadt der Provinz Kerala verbracht. Der südindische Küstenstreifen gilt auch als Ayurveda-Hochburg und ohne es geplant zu haben, hatten wir das große Glück während der Onam-Festlichkeiten dort gewesen zu sein.

    Ayurveda stammt von āyus, was so viel heißt wie „Leben, Lebensspanne“ und veda, also übersetzt „Wissen, Wissenschaft“ und ist quasi der altindische Ableger der heutigen „Longevity“-Bewegung. Statt Bluttransfusionen und Kältekammern gibt es Curry und Öl-Massagen. Dabei geht man davon aus, dass jeder Mensch von Geburt weiterlesen… “Trivandrum”


  • Die Bock-Kasematten von Luxemburg wurden nie erobert. Trotzdem hat ihre Uneinnehmbarkeit das Land keinen Tag lang sicherer gemacht. Wenn ihr wissen wollt, was die Kasematten von Luxemburg mit dem daoistischen Klassiker, dem Daodejing (道德經) des Laozi zu tun haben, dann lest weiter.

    Bei der französischen Belagerung 1794/95 hielten die Bock-Kasematten von Luxemburg dem Beschuss sieben bis acht Monate stand. Kanonen konnten aus der Deckung zurückfeuern, die Munition war sicher und ca. 1200 Soldaten konnten sich geschützt durch die engen Gänge und tief gegrabenen Kammern bewegen. Der Ursprung der Befestigungsanlage reicht aber viel weiter zurück. 963 gründete Graf Siegfried auf dem weiterlesen… “Die Kasematten von Luxemburg”


  • In Heidelberg ist lässt sich aktuell die Dauerausstellung „Anatomie des Glücks“ vom Körperwelten-Gründer Gunther von Hagens besichtigen. Anhand verschiedener Plastinate wird gezeigt was eigentlich körperlich passiert, wenn wir glücklich sind; welche Organe, Hormone und Nervenbahnen das körperliche Glücksgefühl erzeugen.

    In einem wunderschönen Jugendstilbau, dem alten Hallenbad, kann man an einzelnen Stationen zu Themen wie Stress, Liebe, Sport und Ernährung, betrachten was in einem so vorgeht, wenn man sich mehr oder weniger glücklich durchs Leben trägt. Das zentrale Nervensystem mit Sympathikus und Parasympathikus, jede Menge Glückshormone und dazwischen schwebt ein geflügeltes Schwein.

    Eine tolle, kleine Ausstellung, die man sich auf keinen weiterlesen… “Körperwelten”


  • Im Heidelberger Schloss befindet sich das Deutsche Apotheken-Museum. Mit ausführlichen Tafeln werden wir durch die Geschichte der Medizin und Pharmazie geführt. Wir erfahren von der „Vier-Säfte-Lehre“ des Hippokrates, dann geht es weiter mit mittelalterlicher Klosterheilkunde und schließlich findet man sich bei den barocken Apotheken wieder.

    Die hier abgebildete grünlich-türkisenen Schränkchen stammt aus dem Benediktinerkloster Schwarzach und wurde 1724 eingeweiht. Im Mittelpunkt der damaligen Apotheken stand der Rezepturtisch, an dem die Arzneien zubereitet wurden.

    Für jemanden mit Interesse an China, ist natürlich die Vitrine mit dem Opium besonders interessant. Hier wurde die getrocknete Pflanze selbst ausgestellt, sowie eine Pfeife, kleine Gewichte weiterlesen… “Das Deutsche Apotheken-Museum”


  • m Heidelberger Schloss haben wir uns den Friedrichsbau mit seiner imposanten Fassade besichtigt. Sie zeigt in 16 Figuren die Ahnengalerie der Wittelsbacher, die angeblich bis zu Karl dem Großen zurückreichen soll. Friedrich IV. von der Pfalz (1574–1610) bildet den Schlussstein der Reihe, denn er ließ das Gebäude 1607 fertigstellen. Damit handelt es sich um ein wunderbares Beispiel einer Herrschaftsbegründung durch Genealogie, wie man sie auch aus chinesisch-konfuzianischen Ahnentafeln kennt. Die Wittelsbacher waren übrigens eines der ältesten und langlebigsten Herrschergeschlechter Europas. Sie waren von 1180 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 an der Macht, also knapp 740 Jahre.

    Derselbe Friedrich weiterlesen… “Das Heidelberger Schloss”


  • Hat man sich blöd verhalten, blamiert oder wurde gar ungerecht behandelt, bietet das Gedankenexperiment, bei dem man sich vor Augen führt, dass wir alle in 100 Jahren tot sein werden, oft eine gewisse Erleichterung. Dann schwirrt einem das „Carpe Diem“ durch den Kopf und es wird klar, dass viele der alltäglichen Ängste und Sorgen auf lange Sicht nicht so ernst zu nehmen sind.

    Die Rechnung lässt sich aber noch detaillierter betrachten: Wie wahrscheinlich ist es denn, dass ich, als 36-jähriger deutscher Mann noch 50 Jahre lang lebe? Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 79 Jahren, müsste ich sieben Jahre älter werden weiterlesen… “Carpe Diem”