• Geleitwort (xùwén 序文)

    Chinosophie versucht den Brückenschlag zwischen den Weisheitslehren des alten China und den Gedankengebäuden der westlichen Philosophie. Der thematische Umfang ist bewusst weit gewählt und umfasst Übersetzungen antiker Texte, aktuelle Bücher, Brett- und Kartenspiele, sowie politische Betrachtungen und alltägliche Reflexionen.

    In weiten Teilen deckt sich dieser Blog mit meinen Beiträgen bei Instagram bzw. Facebook. Dennoch führe ich diese Seite weiter, weil so ein kleiner Blog eine Alternative zu den großen, kommerziellen Social-Media Anbietern darstellt. Gerne kannst du den Blog auch mittels RSS-Feed abonnieren.

    Auf jeden Fall wünsche ich viel Spaß beim Lesen…


  • Seoul verfügt über fünf große Paläste, die allesamt in der langlebigen Joseon-Dynastie (1392-1910) erbaut wurden und während der japanischen Besatzung 1910-1945 stark beschädigt wurden. Zwei davon konnte ich während meines kurzen Ausflugs besuchen: den Gyeongbokgung-Palast (경복궁, 景福宮, kurz GBG) und den Changdeokgung-Palast (창덕궁, 昌德宮, kurz CDG).

    Der Gyeongbokgung-Palast (GBG) wurde im Jahr 1395 unter König Taejo, dem Gründer der Joseon-Dynastie, erbaut. Er ist der größte und prächtigste der fünf Paläste und war ursprünglich als der erster Hauptpalast der Joseon-Dynastie geplant. Im Zuge eines verheerenden Krieges gegen Japan zwischen 1592 und 1598 wurden jedoch alle Palastanlagen Seouls niedergebrannt. Anschließend wurde der weiterlesen… “Der Gyeongbokgung-Palast (경복궁, 景福宮, kurz GBG) und der Changdeokgung-Palast (창덕궁, 昌德宮, kurz CDG)”

    In


  • Wie kam ein griechischer Bronzehelm aus der Antike in das Nationalmuseum Seoul und was hat das mit den Nazis zu tun?

    Der koreanischen Marathonläufers Kitei Son bzw. Sohn Kee-chung, hat bei den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin die Goldmedaille gewonnen und sogar einen neuen Rekord aufgestellt. Jedoch war er gezwungen diese sportliche Höchstleistung unter japanischer Flagge zu erbringen, weil Korea zu diesem Zeitpunkt von Japan besetzt war. Das stellte für die koreanischen Tageszeitungen eine solche Demütigung dar, dass sie die Flagge auf dem Trikot von Sohn Kee-chung schlichtweg herausretuschierten. Bild 3 ist hier die Originalaufnahme und Bild 4 die weiterlesen… “Der koreanisch-griechische Bronzehelm”


  • Eine der Hauptattraktionen des Nationalmuseums in Seoul ist der kontemplativ, nachdenklich, in sich gekehrte Buddha. Dabei handelt es sich um vergoldete Bronzeskulptur, die mit halbgekreuzten Beinen sitzt und grübelnd die Hand an die Backe anlegt. Der Vergleich zu Rodins Skulptur „Der Denker“ drängt sich geradezu auf.

    In einer der Haupthallen befindet sich eine zehnstöckige Pagode aus dem Kloster Gyeongcheonsa, wo sie 1348 errichtet wurde. 1907 wurde sie illegalerweise von einem korrupten japanischen Beamten nach Japan geschmuggelt, aber schon 1918 wieder zurückgegeben. 1960 wurde sie wieder aufgebaut, aber aufgrund des sauren Regens und anderer Umwelteinflüsse begann die Pagode so stark zu weiterlesen… “Seoul- Nationalmuseum”

    In


  • Mein erster Eindruck von Seoul erinnerte mich an ein Zitat von Friedrich Wilhelm Kiel, dem Oberbürgermeister meiner Heimatstadt Fellbach zwischen 1976 und 2000. Heute schmückt sein Zitat die Backsteinwand am Pécs-Brunnen, der an die Städtepartnerschaft zwischen dem ungarischen Pécs und Fellbach erinnern soll.

    „Die Menschen in ganz Europa wollen Frieden. ‚Nicht-Krieg‘ ist zu wenig.“

    Friedrich Wilhelm Kiel


    Wie sich die Situation des „Nicht-Kriegs“ im Vergleich zum Frieden anfühlt, lässt sich vielleicht in der Hauptstadt Südkoreas ein klein wenig besser nachvollziehen. Nur 50 bis 60 km von der nordkoreanischen Grenze entfernt begegnet man in Seoul regelmäßig Soldaten auf der Straße oder weiterlesen… “Seoul- Militärmuseum”

    In


  • Akutagawa, quasi der japanische H.P. Lovecraft, raubt seit über hundert Jahren mit düsteren, dem Wahnsinn nahen Kurzgeschichten den nächtlichen Schlaf.

    Geboren im Jahr 1892 verlor der junge Ryunosuke früh seine Mutter an eine psychische Krankheit und wurde von einer Tante großgezogen. Diese Erfahrung prägte ihn zutiefst und sein ganzes Leben hindurch befürchtete er auch immer wieder selbst den Verstand zu verlieren. Schon als Kind lernte Akutagawa Englisch und wurde durch moderne Lehrer früh mit der literarischen Tradition des Westens vertraut gemacht. In dieser Hinsicht war er ganz ein Kind der Taisho Zeit (1912-1926), die in der (englischsprachigen!) Einleitung mit der weiterlesen… “Akutagawa- Rashomon und andere Geschichten”


  • Noch bis Oktober dieses Jahres findet in Osaka die Weltausstellung Expo 2025 statt. Weil ich ohnehin in der Gegend war, wollte ich mir das Spektakel nicht entgehen lassen. Im Vorfeld der Ausstellung gab es, wie immer Probleme, Skandale und Schwierigkeiten. Paris zog damals 2018 seine Bewerbung sogar zurück. Als Osaka den Zuschlag erhielt, kam es zu Bauverzögerungen und einer ungeheuren Preisexplosion. Am Ende konnten am Eröffnungstag fünf Länderpavillons nicht in Betrieb genommen werden.

    Die Expo befindet sich auf einer künstlich aufgeschütteten Insel am Stadtrand und zeichnet sich durch einen Ringbau aus, der das gesamte Gelände umschließt. Dieser sogenannte „Grand Ring“ weiterlesen… “Osaka Expo 2025”


  • Das Historische Museum von Osaka befindet sich in einem futuristischen, 2001 fertiggestellten Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zur Burg von Osaka. Nachdem man eine Eintrittskarte erworben hat, wird man mit dem Aufzug ins oberste Stockwerk geleitet. Das Museum ist nun chronologisch aufgebaut und man bewegt sich von oben nach unten durch die Stadtgeschichte.

    Besonders eindrucksvoll ist die Teilrekonstruktion der Eintrittshalle des Naniwa Palasts aus der Nara Periode (710-794 n.Chr.). Hier kann man die Hofdamen und Beamten betrachten, die in originalgetreuen Kleidern zum Herrscher eilen. Wechselt man von einem Stockwerk zum anderen, gelangt man in ein verglastes Treppenhaus, von dem man weiterlesen… “Das Historische Museum von Osaka”

    In


  • Ursprünglich wurde die Burg von Osaka im späten 16. Jahrhundert von Toyotomi Hideyoshi, einem der großen Reichseiniger Japans, errichtet. Ziel war es, ein politisches und militärisches Zentrum zu schaffen, das seine Herrschaft über das Land festigen sollte. Im Laufe der Geschichte wurde die Burg jedoch mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. So z.B. während der Belagerungen von Osaka Anfang des 17. Jahrhunderts oder später durch Brände und Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg.

    Nähert man sich dem Hauptturm aus nördlicher Richtung, so läuft man an den Gräbern von Toyotomi Hideyori, dem Sohn des Burggründers, sowie dessen Frau Yodo-dono vorbei. Nach dem Tod des weiterlesen… “Die Burg von Osaka”

    In


  • Die zwei obersten Stockwerke des Kinkakuji (金閣寺) sind vollständig mit Blattgold überzogen, weshalb der Tempel auch den Namen „Goldener Pavillon“ trägt. Ursprünglich war die Anlage im Nordwesten Kyotos der Alterswohnsitz von Shogun Ashikaga Yoshimitsu (1358-1408). Der aktuelle Bau ist jedoch sehr viel jünger, da die Gebäude im Laufe ihrer Geschichte häufig abgebrannt sind. Zuletzt geschah dies am 2. Juli 1950, als der Tempel Opfer eines Brandanschlags wurde.

    Dieser Brandanschlag ist auch das Thema von einem von Yukio Mishimas Romanen mit dem passenden Titel „Der Goldene Pavillon“. Darin erzählt er die fiktive Geschichte eines jungen buddhistischen Mönches, der von der Schönheit weiterlesen… “Der Goldene Pavillon- Kinkakuji (金閣寺)”


  • Yukio Mishima hat sich zeitlebens dafür geschämt den Zweiten Weltkrieg überlebt zu haben. Zu schwach und schmächtig, um eingezogen zu werden, versteckte er sich auf dem Land, während seine Kameraden ihr Leben ließen. In der Nachkriegszeit wird er zu einem von Japans größten Schriftstellern, aber der selbst empfundene Makel lässt ihn nicht los. Er betreibt einen intensiven Körperkult und trainiert leidenschaftlich. In seinem Essay „Sun and Steel“ schreibt er: „Als mein Körper Muskeln und in Folge Stärke erlang, wurde in mir graduell eine positive Akzeptanz des Schmerzes geboren. Mein Interesse an physischem Leiden vertiefte sich.“ Als der Tenno nach dem weiterlesen… “Yukio Mishima-Bekenntnisse einer Maske”