• Geleitwort (xùwén 序文)

    Chinosophie versucht den Brückenschlag zwischen den Weisheitslehren des alten China und den Gedankengebäuden der westlichen Philosophie. Der thematische Umfang ist bewusst weit gewählt und umfasst Übersetzungen antiker Texte, Rezensionen aktuelle Bücher, sowie politische Betrachtungen und alltägliche Reflexionen mit gelegentlichen Ausflügen in die Welt der Brett- und Kartenspiele.

    In weiten Teilen deckt sich dieser Blog mit Beiträgen, die bereits auf anderen Plattformen erschienen sind, sei es bei Instagram bzw. Facebook oder bei Boardgamegeek. Da sich diese Plattformen aber zunehmend zu KI getriebenen Werbeschleudern entwickeln, habe ich mich entschieden diesen kleinen Blog zu pflegen, um auch weiterlesen… “”


  • Der Detektiv Rick Deckard, ein sogenannter Blade Runner, jagt Androiden, die ursprünglich für den Weltraumeinsatz konzipiert wurden und die sich jetzt illegal auf der Erde versteckt halten. Die Androiden gleichen dem Menschen so haargenau, dass nur ein spezieller Empathie-Test eine zweifellose Identifizierung ermöglicht. Die neuesten Nexus 6 Modelle sind jedoch so intelligent, dass ihre Erfassung eine besondere Herausforderung darstellt.

    Die zentrale Frage in „Do Androids Dream of Electric Sheep“ oder auch „Blade Runner“, wie das Buch seit seiner Verfilmung 1982 oft genannt wird, besteht im Unterschied zwischen Menschen und Robotern bzw. Androiden oder Replikanten. Film und Buch gehen diese Frage weiterlesen… “Philip K. Dick- Do Anroids Dream of Electric Sheep”


  • Milwaukee im Jahr 1932, während der Prohibition und der Tiefphase der Great Depression. Al Capone sitzt bereits im Gefängnis und selbst für Kleinkriminelle brechen harte Zeiten an. Auch der Privatdetektiv Hicks McTaggart, der seinen Lebensunterhalt ursprünglich damit verdiente im Auftrag von Arbeitgebern streikende Gewerkschaftsmitglieder zu verprügeln, muss sich nach neuen Einnahmequellen umschauen, denn auch die Zeiten der großen Gewerkschaftsaufstände sind vorbei.

    Obwohl die Prohibition immer noch in vollem Gang ist, wird in den Spelunken und Speakeasys kräftig gebechert und fremdgegangen. Viele Kollegen, Auftraggeber und zu beschattende Personen betreten die Bühne und Pynchon nimmt sich viel Zeit, um die Atmosphäre der weiterlesen… “Thomas Pynchon-Schattennummer”


  • Bei dem Spiel „Formosa Tee“ schlüpfen wir in die Rolle eines taiwanischen Teefabrikanten, der sowohl Arbeiter als auch Meister koordinieren muss, um den perfekten Tee anbieten zu können. Obwohl die Thematik eher auf ein ruhiges, gediegenes Spiel hindeuten würde, handelt es sich bei „Formosa Tee“ um einen ordentlichen Klopper, der die Hirnzellen durchaus zum Glühen bringen kann.

    Zunächst wachsen drei verschiedene Teesorten auf unseren Feldern: Oolong, schwarzer- und grüner Tee. Beim Ernten müssen wir die Wetterbedingungen beachten, da zu feuchter Tee eine mindere Qualität abgibt. Während alle Spieler von gemeinsamen Feldern pflücken, entspricht das Spielertableau der individuellen Fabrikhalle. Hier finden weiterlesen… “Formosa Tee”


  • (Falls die obigen Bilder mit dem Gedicht zu klein dargestellt werden, um es lesen zu können, einfach draufklicken, dann vergrößert sich die Ansicht.)

    Heute, am 17.2.2026, beginnt das Jahr des Feuer-Pferdes. In der chinesischen Astrologie verbindet man die fünf Elemente mit den zwölf Tierkreiszeichen zu einem 60 Jahre umspannenden Zyklus. Das nächste Mal wird also erst 2086 ein Feuer-Pferd durch das Jahr galoppieren. Da ich im Jahr des Metall-Pferdes geboren bin, spüre ich natürlich eine ganz besondere Beziehung zu diesem Jahr 😉

    Für die letzte Kaiserdynastie Chinas waren Pferde auch besonders wichtig. Immerhin stammten die herrschenden Mandschu von den nomadischen weiterlesen… “Chinesisches Neujahr 2026”

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  • Qi Baishi (齊白石) oder wie er hier noch in einer alten Umschrift Ch’i Po-shi geschrieben wird, zählt zu Chinas größten Malern der Moderne. Dabei wurde der kleine Baishi in eine Bauernfamilie hineingeboren und brachte sich das Malen zunächst selbst bei. Erst im fortgeschrittenen Alter reiste er zum ersten Mal durch China, dann ließ er sich in Peking nieder und malte bis zu seinem Tod im hohen Alter von 93 Jahren. Besondere Berühmtheit erlangte er für seine Darstellung von Kleintieren wie z.B. Zikaden, Krebse, Garnelen und Eichhörnchen. Weil seine Kunst auch nie besonders politisch war, blieb er nach der Machtübernahme der weiterlesen… “Qi Baishi (齊白石)”


  • Die Rahmenhandlung der „Holländerinnen“ erzählt von einer bedeutenden, aber namenlos bleibenden Schriftstellerin, die eine Poetikvorlesung halten soll, die aber nicht fertiggeworden ist. Als sie vor die Studenten tritt, entschuldigt sie sich für das heillose Durcheinander mit der sie die Veranstaltung beginnt. Die Vorbereitung auf ihren letzten Roman habe sie an den Rand einer Schaffenskrise getrieben und jetzt könne sie nur unstrukturiert von ihren Ergebnissen berichten.

    Damit beginnt der kurze, nur ca. 150 Seiten lange, aber unglaubliche dichte Roman. Der Rest der Erzählung ist mit wenigen Ausnahmen komplett in der indirekten Rede verfasst, also im Konjunktiv. Beispielsweise: die Autorin berichtete davon, weiterlesen… “Dorothee Elminger- Die Holländerinnen”


  • Mit Frida Kahlo verbindet mich eine lange Geschichte. Zum ersten Mal habe ich von der 1907 geboren mexikanischen Künstler im Spanischunterricht erfahren. Die Vorstellung, dass der Vater dieser weltberühmten Frau aus Pforzheim stammte, fand ich schon damals wahnsinnig drollig. Auch in Frida floss also schwäbisches Blut!

    Nach dem Abi reiste ich nach Mexiko und lernte dort Menschen kennen, mit denen ich bis heute befreundet bin. Natürlich machten wir damals auch einen Ausflug in das „Casa azul“, das „blaue Haus“, dem Hauptwohnsitz von Frida Kahlo.

    Eben dieses blaue Haus wurde nun virtuell nachgebaut und kann auf der Frida Kahlo Interaktiv Ausstellung weiterlesen… “Frida Kahlo Interaktiv”

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  • Der Beinsteiner Torturm befindet sich am historischen Stadtrand von Waiblingen. Eine Brücke führt an dieser Stelle über die Rems und von einer kleinen dort angebrachten Plakette erfahren wir, dass bis 1934 der gesamte Verkehr von Schwäbisch Hall nach Stuttgart durch das schmale, mittelalterliche Stadttor geleitet wurde. 1491 auf einem quadratischen Grundriss errichtet, ist der Turm mit seinen 37,3m Höhe auch heute noch ein imposantes Wahrzeichen der Stadt. Auf der Flussseite befindet sich über dem Tor das Wappen von Herzog Eberhard im Bart von Württemberg (1459-1496) sowie eine sehr viel später entstandene Abbildung einer mittelalterlichen Schlacht aus der Nazizeit (1938).

    In weiterlesen… “Eindrücke von Waiblingen”

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  • In einem Nachruf auf den Klangvisionär Joachim Ernst Berendt schreibt „Die Zeit“, dass Berendt nach dem Zweiten Weltkrieg den Jazz nach Deutschland gebracht habe. Er leitete über vier Jahrzehnte von 1947-1987 die Jazzrektion des Südwestrundfunks und brachte in den 50igern „Das Jazzbuch“ heraus, welches das damalige Verständnis der Deutschen für diese Musikrichtung stark prägte. Gleichzeitig reist er häufig nach Indien, beginnt Weltmusik zu produzieren und beschäftigte sich viel mit Harmonie, Schwingungen und deren physikalische Ursprünge und mentale Bedeutungen. So entstand 1983 sein berühmtestes Werk „Nada Brahma- Die Welt ist Klang“. Noch heute kann man sich die begleitende Radiosendung auf Youtube weiterlesen… “Nada Brahma- Alles ist Klang”


  • Das Tate Modern war ursprünglich ein Ölkraftwerk entlang der Themse. Bis heute hat sich das Museum für moderne Kunst diesen industriellen Charme erhalten und bietet so die perfekte Kulisse für die asketische Kunst von Alberto Giacometti, mit seinen dürren Körpern und entstellten Gesichtern.

    Hier in London wurden Joseph Beuys Kunstwerke noch nicht weggeputzt, auch wenn die lose Ansammlung verschmutzter Gegenstände befürchten lässt, dass das nicht mehr lange so bleibt. Das Museum beherbergt viele Klassiker, wie z.B. die Marilyn Monroe Abdrucke von Andy Warhol oder die Skulptur „Das Symbol“ des italienischen Futuristen Umberto Boccioni, welches auch auf dem italienischen 20 Cent weiterlesen… “Das Tate Modern”