• Heinrich Geiger- Den Duft hören

    Der merkwürdige Titel „Den Duft hören“ (聽香) entstammt einer Kalligraphie, die Heinrich Geiger in einem klassisch chinesischen Garten in Suzhou entdeckt hat. Die Verwirrung, die er zunächst stiftet, soll den Leser dazu anregen neue Perspektiven jenseits des bekannten Dualismus von Natur und Kultur einzunehmen. Und so entfaltet sich ein ganzes Feuerwerk an guten Ideen und originellen Sichtweisen zu dem Thema „Natur, Naturbegriff und Umweltverhalten in China“.

    Der daoistisch geprägte Begriff ziran (自然) wird gleich am Anfang erklärt. Im heutigen Mandarin wird er einfach mit „Natur“ übersetzt, aber die zwei Schriftzeichen haben auch die Bedeutung „einfach-so-sein“. Die menschliche Natur (xing 性) weiterlesen… “Heinrich Geiger- Den Duft hören”


  • Ling Ying-Tai- Am Fusse des Kavulungan

    Um ihrer inneren Unruhe zu entkommen, erhält die Hauptperson des Romans, eine erfolglose Schriftstellerin, von einem buddhistischen Mönch den Ratschlag sich für zwei Jahre am Fuße des Kavulungans niederzulassen. Zusammen mit ihrem Kater, zieht die Autorin also in ein kleines Dorf im ländlichen Taiwan und lässt die Eindrücke auf sich wirken. Dann folgen 84 kurze Kapitel, in denen sich Alltagsbetrachtungen, Naturbeschreibungen und die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Dorfgemeinschaft gegenseitig abwechseln. So erfährt man von einer Polizeistation, in der verschiedene Götterstatuen immer noch angebetet werden, obwohl sie von einem anderen achtlos weggeworfen wurden. Man liest von den grässlichen Überschwemmungen, die Taiwan weiterlesen… “Ling Ying-Tai- Am Fusse des Kavulungan”


  • Joseph Huizinga- Homo Ludens

    In „Homo ludens“ (dt. der spielende Mensch) formuliert Joseph Huizinga 1939 die These, dass der Ursprung der Kultur im zweckfreien, phantasievollen Spiel liegt. Für einen kurzen Moment tun wir so „als-ob“ und tauchen ein in die Sphäre eines Spiels, wo „die Gesetze und Gebräuche des gewöhnlichen Lebens keine Geltung“ (S.21) mehr haben.

    Auch der chinesische Kulturraum wird kurz gestreift, wenn er schreibt: „Nach der altchinesischen Lehre haben Tanz und Musik den Zweck, die Welt im Gleise zu halten und die Natur den Menschen zuliebe zu bezwingen.“ (S.23)
    So wird die fiktive Ordnung des konfuzianischen Rituals der profanen Welt mit ihren weiterlesen… “Joseph Huizinga- Homo Ludens”


  • Gugong

    Der chinesische Begriff „guanxi“ (關係) ist schwer zu übersetzen und beschreibt das persönliche Netzwerk, die eigenen zwischenmenschlichen Beziehungen, aber auch die damit einhergehenden gegenseitigen Verpflichtungen. Der regelmäßige Austausch von Gefälligkeiten aber auch Geschenken gehört auf jeden Fall dazu. Deshalb wird der Begriff heute gerne in die Nähe von Korruption und Vetternwirtschaft gerückt, wenn z.B. bei Bewerbungsgesprächen „guanxi“ mehr zählt als die eigentlichen Leistungen.

    Der Konfuzianismus befürwortete aber immer eine rituelle Ordnung und schätzte sie sehr viel höher als eine Staatsordnung, die rein auf Gesetzen beruht. Das chinesische Wort für Geschenk (liwu 禮物) beinhaltet immer noch das Zeichen li 禮, welches weiterlesen… “Gugong”


  • Edward Rutherford- Das Reich der Mitte

    Um an Geld zu kommen entscheidet sich der Brite John Trader in den blühenden Opiumhandel einzusteigen. Doch bevor er die erste Ladung verkaufen kann, bricht auch schon der erste Opium-Krieg (1839-1842) aus.
    Der konfuzianische Gelehrte Lin Zexu (林則徐) wird entsannt um den Drogenhandel zu stoppen, aber letztendlich war er erfolglos. Eine Statue in New York erinnert noch heute an sein Schicksal.
    Außerdem begleitet man einen Eunuchen bei seiner Arbeit am Hof und erfährt viel über die Kaiserinnenwittwe Cixi (慈禧). So geraten die Charaktere in einen Strudel politischer Wirren, der bis zum Ende der Qing-Dynastie reicht.
    Auch wenn das Buch ein weiterlesen… “Edward Rutherford- Das Reich der Mitte”


  • Geleitwort (xùwén 序文)

    Chinosophie versucht den Brückenschlag zwischen den Weisheitslehren des alten China und den Gedankengebäuden der westlichen Philosophie. Der thematische Umfang ist bewusst weit gewählt und umfasst Übersetzungen antiker Texte, Rezensionen aktuelle Bücher, sowie politische Betrachtungen und alltägliche Reflexionen mit gelegentlichen Ausflügen in die Welt der Brett- und Kartenspiele.

    In weiten Teilen deckt sich dieser Blog mit Beiträgen, die bereits auf anderen Plattformen erschienen sind, sei es bei instagram bzw. facebook, auf boardgamegeek.com oder auf academia.edu. Da sich diese Plattformen aber zunehmend zu KI getriebenen Werbeschleudern entwickeln, habe ich mich entschieden diesen kleinen Blog zu pflegen weiterlesen… “”