• Das Karl-Marx Haus

    Während man sich als Tourist oft sofort auf die Sehenswürdigkeiten eines Reiseorts stürzt, vernachlässigt man die Museen vor der eigenen Tür manchmal ganz gerne.

    Nun habe ich es endlich auch mal in das Karl-Marx-Haus in Trier geschafft!

    1818 wurde Marx dort geboren und bis zu seinem Abitur lebte er zusammen mit seiner Familie auch in der Stadt. Die Ausstellung „Von Trier in die Welt“ zeigt die verschiedenen Lebensabschnitte von Marx in künstlerisch aufwendig gestalteten Räumen. Statt langweiliger Infotafeln, sind die Texte direkt auf die Wand gemalt.

    Das interessanteste Ausstellungsstück ist sicherlich Marx‘ Lesesessel. Auf dem Foto kann man nur schwer weiterlesen… “Das Karl-Marx Haus”


  • „Die Vollständige Bibliothek der Vier Schätze“- Siku Quanshu (四庫全書)

    „Die Vollständige Bibliothek der Vier Schätze“ oder Siku Quanshu (四庫全書) ist eine Sammlung von über dreitausend Büchern. Bei diesem ehrgeizigen Projekt veranlasste Kaiser Qianlong aus der Qing-Dynastie, dass ca. 360 Editoren die wichtigsten Texte des Reiches zusammenstellten. Zwischen 1773 und 1782 arbeiten außerdem über dreitausend Gelehrte daran, sieben handschriftliche Kopien anzufertigen, die in alle Himmelsrichtungen verteilt wurden. In seiner ursprünglichen Form war das Siku Quanshu dann auch so umfangreich, dass in der verbotenen Stadt ein eigenes Gebäude dafür vorgesehen war, um die Buchsammlung aufzubewahren.

    Die Kehrseite dieser Kulturförderung bestand darin, dass die Textauswahl alles andere als neutral war. Viele zentrale weiterlesen… “„Die Vollständige Bibliothek der Vier Schätze“- Siku Quanshu (四庫全書)”


  • Der Zauberwürfel (mofang 魔方)

    Der hier rechts abgebildete Würfel folgt zwar ebenfalls der 3x3x3 Form, aber die Flächen der einzelnen Steine sind unterschiedlich groß. Auf der chinesischen Verpackung wurde der Zauberwürfel mofang 魔方 genannt. Das letztere Schriftzeichen ist weit verbreitet und steckt auch im chinesischen Wort für Würfel (lifangti 立方体). Aber was das erste Schriftzeichen (mo 魔) bedeutet sollte, hatte ich keine Ahnung! Außerdem befindet sich in dem Zeichen mo 魔 zusätzlich noch ein gui (鬼), was für Geist steht. Mein Interesse war also geweckt.

    Ein Blick ins Wörterbuch verriet dann schnell: na klar, die Zauberkunst (moshu 魔术)! Nun steht shu 术 für die weiterlesen… “Der Zauberwürfel (mofang 魔方)”


  • Tutanchamum Immersiv

    Die Ausstellung „Tutanchamun Immersiv“, die gerade in der Schleyer-Halle in Stuttgart gezeigt wird, ist definitiv imposant.

    Hauptattraktion ist sicherlich der Saal, aus dem diese erste Aufnahme hier stammt. Das Video wird auf alle vier Wände und den Fußboden projiziert. Zusätzlich gibt es zwei VR-Räume in denen man mit Brillen auf dem Kopf das Tal der Könige und die Grabkammer Tutanchamuns besichtigt. Diese „Augmented Reality“ Technik begeistert, aber andererseits war die Ausstellung nicht besonders informativ. Am Eingang sind ein paar Infotafeln angebracht und daneben eine Hand voll Replikate von Ausgrabungsstücken. Das ist nicht schlecht, aber für ein klassisches Museum wäre es
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  • „Die Klause der Illusionen“

    In dem Buch „Die Klause der Illusionen“ begleiten wir drei, vom Buddhismus inspirierte, asiatische Dichter auf ihrem Weg in die meditative Abgeschiedenheit.

    Nachdem das Haus von Matsuo Basho (1644-1694) abgebrannt und seine Mutter gestorben war, machte er sich im höheren Alter auf eine Reise durch Japan. Dabei schrieb er das Buch „Auf schmalen Pfaden durchs Hinterland“ in dem auch sein berühmtestes Haiku vorkommt:

    „Uralter Teich
    Ein Frosch springt hinein
    Plop.“


    Mit fast 50 Jahren kehrt Basho der Welt den Rücken zu und zieht in die verlassene Hütte eines verstorbenen Samurai. Dort reflektiert er seinen Lebensweg als Dichter und bedauert, nicht weiterlesen… “„Die Klause der Illusionen“”


  • Tanizaki Junichiros Lob des Schattens

    Kaum nähern wir uns der dunkleren Jahreszeit, beginnt die Stadt Trier ihren Kampf gegen die Finsternis. Wo einst verlotterte Jugendliche heimlich knutschten, herrschen jetzt klare Verhältnisse.

    Tanizaki Junichiro veröffentlichte 1933 den Essay „Lob des Schattens“ und äußert sich darin u.a. auch kritisch gegenüber moderner Straßenbeleuchtung. Der Untertitel des Buchs lautet aber „Entwurf einer japanischen Ästhetik“ und der Name ist Programm.

    So geht es um den Vergleich zwischen grellen, westlichen, elektrischen Lampen und dem zarten Licht japanischer Papierlaternen. Es ist von der Schönheit des Schattens in der japanischen Architektur die Rede und von den eleganten Damen mit bleicher Haut und geschwärzten weiterlesen… “Tanizaki Junichiros Lob des Schattens”


  • 强国- Olympia und die starke Nation

    强国 worin genau besteht denn diese Stärke? Worin besteht die Strahlkraft, die von den Olympioniken ausgeht? Gibt es überhaupt einen positiven Effekt des Spitzensports auf den Breitensport oder müsste man nicht wie die Daoisten davon ausgehen, dass in Gesellschaften, in denen viel Sport existiert, sich die Menschen immer weniger bewegen.

    大道廢,有仁義;智慧出,有大偽;六親不和,有孝慈;國家昏亂,有忠臣。

    Der groBe SINN ward verlassen: so gab es Sittlidlkeit und Pflidlt Klugheit und Erkenntnis kamen auf: so gab es die groBen Liigen Die Blutsverwandten wurden uneins:  so gab es Kindespflidlt und Liebe. Die Staaten kamen in Verwirrung und Unordnung:so gab es treue Diener. (DDJ 18)


  • Über Anfänge und das Neue

    Folgt man dem „Buch der Wandlungen“ (Yijing 易經) in der Annahme, dass die Welt sich im stetigen Wandel befindet, dann ist jeder Moment in dem Sinne neu, dass er sich vom vorherigen unterscheidet. Aber der Wandel folgt den Gesetzmäßigkeiten, die mit den 64 Hexagrammen beschrieben werden. Für das radikal Neue, verstanden als das noch nie vorher Dagewesene, steht im Denken des klassischen China, nur ein eingeschränkter Raum zur Verfügung. Welche Wandlungsform die Welt auch immer annehmen sollte, sie bleibt im Rahmen der Beschreibungskraft des Yijing.

    Nun versichert uns das „Große Lernen“ (Daxue 大學), dass alle Angelegenheiten einen Anfang weiterlesen… “Über Anfänge und das Neue”


  • Kaifeng 982

    In diesem Detektivspiel helfen wir Professor Dan Silvers den Mord an Kanzler Lai aufzuklären, der 982 u.Z. in Kaifeng, der damaligen Hauptstadt der Song Dynastie, stattgefunden haben soll.

    Dabei verlassen wir uns in erster Linie auf fiktive Texte aus der damaligen Zeit, die glücklicherweise bereits alle in Deutsch übersetzt wurden. Außerdem stöbern wir durch einen eigens für dieses Spiel geschriebenen Wikpedia-Artikel und schauen uns die verschiedenen Münztypen auf der Webseite eines erfundenen Auktionshauses an. Eine Internetverbindung ist zum Spielen also unbedingt notwendig, dafür kommt aber tatsächlich auch das Gefühl auf, eine längst vergangene Straftat zu recherchieren. Die „Fallakten“ die wir weiterlesen… “Kaifeng 982”


  • Die Merkwürdige Kriminalfälle des Richters Di

    Bei dem Buch „Merkwürdige Kriminalfälle des Richters Di“ handelt es sind um eine freie Übersetzung des chinesischen Kriminalromans „Di Gong An“ (狄公案) aus dem 18. Jahrhundert. Während der Autor des Originals nicht mehr bekannt ist, erlangte Richter Di Renjie (狄仁傑) aufgrund der spannenden Übersetzung von Robert van Gulik im Westen den Ruf des chinesischen Sherlock Holmes. Im Gegensatz zu seinem britischen Kollegen, ist Di Renjie aber keine rein fiktive Person. Er lebte von 630-700 n.u.Z., also während der Tang Dynastie und war Kanzler unter Wu Zetian (武則天), der einzigen Kaiserin Chinas, die 690 ihre eigene Dynastie gründete. Damals war er weiterlesen… “Die Merkwürdige Kriminalfälle des Richters Di”