• Gestern war ich auf dem Sonic Shaman Music Festival, direkt neben dem Flughafen von Taipei.

    Am frühen Nachmittag startete ich mit einem Vortrag von Dankwart über seine ökoakustische Forschung. Der Luxemburger geht der Frage nach, inwiefern wir durch die Geräuschkulisse einer natürlichen Umgebung Rückschlüsse auf die dortige Biodiversität ziehen können. Natürlich ging es nicht nur um Vogelgezwitscher, sondern auch um Unterwasseraufnahmen und um in der Erde steckende Mikrofone, mit denen man die subtilen Klänge der Krabbeltiere erfassen kann.

    Weiter ging es mit einem Ambient-Drone-Set von Natasa Grujovic (Ziehharmonika) und Steve Moore (Posaune). Es war genial zwei so stark in der weiterlesen… “Sonic Shaman Festival 2024”


  • Die Gedächtnishalle Chiang Kai-sheks wirkt vielleicht als wäre sie ein Gebäude aus frühester Vorzeit, tatsächlich wurde sie aber erst 1980 fertiggestellt. Fünf Jahre nach dem Tod des Herrschers wollte man ihm damit ein Denkmal setzen.

    Obwohl Taiwan offiziell seit jeher eine Demokratie ist, galt das 1949 erlassene Kriegsrecht ununterbrochen für 38 Jahre. Direkt über dem Kopf der Bronzestatue Chiang Kai-sheks steht dementsprechend auch minzhu 民主 (auf dem Bild von rechts nach links gelesen), was Demokratie bedeutet. Mit einem freiheitlichen Rechtsstaat hatte das aber nichts zu tun.

    In den unteren Räumen der Gedenkhalle befindet sich heute ein Museum, welches sich kritisch weiterlesen… “Die Chiang Kai-shek Gedächtnishalle II”

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  • Ein kurzer Besuch der Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle…

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  • Wu Ming-Yi- The Man with the Compound Eyes/Der Mann mit den Facettenaugen

    Eine gigantische Müllinsel nähert sich Taiwan und mitten darin der gestrandete Ureinwohner eines exotischen Pazifikstamms Atele’i.

    Als zweitgeborener Sohn war er gezwungen einer jahrhundertealten Tradition zu folgen und mit dem Erreichen der Volljährigkeit seine Heimatinsel auf einem kleinen selbstgebauten Floß zu verlassen. Normalerweise entspricht das einem Todesurteil, erfährt er von den Walen, die er für die Geister der verstorbenen Söhne hält, die vor ihm in See gestochen sind. Doch zuletzt gelingt es ihm sich auf eine merkwürdige Insel zu retten, die ihm wie die Hölle auf Erden erscheint.

    An der taiwanischen Küste lebt die lebensmüde Akademikerin Alice in einem Haus, weiterlesen… “Wu Ming-Yi- The Man with the Compound Eyes/Der Mann mit den Facettenaugen”


  • Letztes Wochenende hatten wir einen Ausflug in ein Dorf des indigenen Atayal-Volkes (Tàiyǎ 泰雅). Die Vorfahren dieser zweitgrößten ethnischen Minderheit Taiwans sind wohl schon vor tausenden von Jahren auf die Insel gezogen.

    Für die ursprüngliche Kultur der Atayal waren Gesichstätowierungen charakteristisch. Als Symbol für den Übergang zum Erwachsenenalter bekamen Mädchen und Jungen geschlechtsspezifische Tätowierungen. Während Mädchen dafür ihr Können beim Weben von Kleidung unter Beweis stellen mussten, war es die Aufgabe der Jungs den Schädel eines Menschen aus einem befeindeten Stamm zu ergattern.

    Die taiwanischen Indigenen waren erstaunlich brutal und der Brauch der Kopfjagd war weit verbreitet. Das bekamen auch weiterlesen… “Besuch des des indigenen Atayal-Volkes (Tàiyǎ 泰雅)”

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  • Die Koo Chen-Fu Memorial Library beherbergt hauptsächlich den Buchbestand der Sozialwissenschaften der National Taiwan University (NTU) und ist ein architektonisches Meisterwerk!

    Koo Chen-Fu war ein taiwanischer Geschäftsmann, Filmproduzent und Diplomat, der sich für ein engeres Verhältnis zwischen dem Festland und Taiwan einsetzte. Außerdem war er ein Alumnus der NTU.

    Entworfen wurde das Gebäude vom japanischen Architekten Toyo Ito, der mit der Dachkonstruktion an Lotusblätter erinnern wollte. Erschaffen hat er einen hellen, modernen Bücherpalast.

    Tatsächlich gibt es hier auch deutsche Bücher zu genüge und eine eigene Sektion für europäische Literatur, also falls mich mal das Heimweh packen sollte, weiß ich wo weiterlesen… “Die Koo Chen-Fu Memorial Library”

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  • Siegelstempel (yìnzhāng 印章)

    Heute habe ich erfolgreich ein Bankkonto in Taiwan eröffnet! Knapp zwei Monate nach der Einreise, kann ich also endlich mit der Debit-Karte bezahlen. Das hat auch deshalb so lange gedauert, weil ich bei meinem ersten Termin gleich wieder nach Hause geschickt wurde. “What, you don’t have a stamp?!”, fragte mich die Bankmitarbeiterin mit großen Augen. Ich schaute mindestens genauso entgeistert zurück. “Stamp, red stamp, seal!”, sagte sie dann noch und da wurde mir klar: ich muss mir tatsächlich einen Stempel (yìnzhāng 印章) kaufen!

    Bisher kannte ich diese roten Markierungen eigentlich nur aus der Kalligrafie. Wenn man dann die geschwungenen Zeichen weiterlesen… “Siegelstempel (yìnzhāng 印章)”


  • Maokong-Shan/Berg (貓空山

    Vor kurzem besuchten wir mit unserer Studierendengruppe den Maokong-Shan/Berg (貓空山), um gemeinsam Tee zu pflücken.

    Mit der wahrscheinlich längsten Gondelfahrt meines Lebens wurden wir sanft auf die Bergspitze gebracht. Von dort aus ging es in eine kleine Teefabrik, wo wir zunächst einen Vortrag über die Teetradition Taiwans zu hören bekamen. Dann mussten wir selbst ans Werk und während uns die Moskitos auffraßen, pflückten wir genügend Teeblätter für die Weiterverarbeitung.

    Wir kneteten die Blätter, breiteten sie auf einem Blech aus und schoben sie in einen Ofen. Dann hatten wir eine entspannte Teezeremonie mit Blick auf den 101-Tower. Am frühen Abend fuhren weiterlesen… “Maokong-Shan/Berg (貓空山”

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  • Die „Schule des reinen Landes“ (Jìngtǔ zōng 淨土宗)

    Noch ein kurzer Nachtrag zum Elefantenberg in Taipeh. Dort findet man nämlich auch an vielen Stellen buddhistische Inschriften. Zunächst konnte ich zwar ein paar Schriftzeichen identifizieren, war aber irritiert… wer war nochmal dieser Amituofo? Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: es handelte sich um eine Inschrift der buddhistischen Glaubensrichtung der „Schule des reinen Landes“ (Jìngtǔ zōng 淨土宗).

    Für die Anhänger des Reinen Land Buddhismus ist es offensichtlich, dass in unserer Zeit kaum noch jemand die Erleuchtung finden kann. Deshalb hat es seit Siddharta Gautama ja auch keiner mehr geschafft. Stattdessen gilt es auf Amitaba/Amituofo zu vertrauen, zu weiterlesen… “Die „Schule des reinen Landes“ (Jìngtǔ zōng 淨土宗)”


  • 101-Tower

    Endlich habe ich es auch auf den berühmten 101-Tower geschafft. Bei seiner Fertigstellung im Jahr 2004 war es mit seinen 508m das höchste Gebäude der Welt. Den Rekord konnte der Turm bis 2009 halten, bis er vom Burj Khalifa überholt wurde. Bis 2015 dagegen verfügte der Turm über die schnellsten Aufzüge der Welt (ca. 60km/h). Vor dem Haupteingang befindet sich dementsprechend eine Skulptur des taiwanischen Künstlers Kang Muxiang, der die Drahtseile der Aufzüge zu abstrakten Gebilden zusammengeschweißt hat.

    Auf dem 89. Stock befindet sich dann die Aussichtsplattform, die relativ groß ist und an Disneyland erinnert. Hier kann man Souvenirs kaufen weiterlesen… “101-Tower”

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