• „Die Zähn‘ ein Kürbiskernbereich“(chi ru huxi 齒如瓠犀)

    Hier ist einer meiner Lieblingsstellen aus dem alten „Buch der Lieder“ (Shijing 詩經). Es entstand zwischen dem 10. und dem 7. Jahrhundert v. Chr. als der König, der Legende nach, seine Beamten aussendete, um aufzuzeichnen welche Lieder das Volk so singt. Sind es fröhliche Lieder, geht es den Leuten gut, haben sie aber den Blues, muss sich an der Politik etwas ändern. Leider sind die Melodien längst verloren gegangen, sodass heute nur noch die Lyrics überliefert sind.

    Das hier abgebildete Volkslied stammt aus dem Staate Wey im heutigen Henan und besingt die Schönheit der Gattin des Fürsten von Wey. Dabei weiterlesen… “„Die Zähn‘ ein Kürbiskernbereich“(chi ru huxi 齒如瓠犀)”


  • Das Taiwan-Nationalmuseum

    Gestern war ich im Taiwan-Nationalmuseum, welches sich Mitten im 228-Friedenspark befindet. Das Museumsgebäude wurde unter japanischer Herrschaft im europäischen Stil erbaut und umfasst heute zwei Dauerausstellungen zur Geschichte Taiwans und ein bis zwei wechselnde Sonderausstellungen.

    Letztere handelt aktuell von Kultur und Wissenschaft „singender“ Insekten, also z.B. von Grillen, Zikaden und Heuschrecken. Diese galten im alten China keineswegs nur als Schädlinge. Stattdessen hat man sie gehegt und gepflegt, ja sogar die anmutige Schönheit junger Prinzessinnen wurde im ältesten chinesischen Liederbuch (Shijing) mit ihnen verglichen (siehe separater Beitrag). Später hat man Grillen auch in Duellen gegeneinander antreten lassen und Wetten auf den weiterlesen… “Das Taiwan-Nationalmuseum”


  • Gestern war ich auf dem Sonic Shaman Music Festival, direkt neben dem Flughafen von Taipei.

    Am frühen Nachmittag startete ich mit einem Vortrag von Dankwart über seine ökoakustische Forschung. Der Luxemburger geht der Frage nach, inwiefern wir durch die Geräuschkulisse einer natürlichen Umgebung Rückschlüsse auf die dortige Biodiversität ziehen können. Natürlich ging es nicht nur um Vogelgezwitscher, sondern auch um Unterwasseraufnahmen und um in der Erde steckende Mikrofone, mit denen man die subtilen Klänge der Krabbeltiere erfassen kann.

    Weiter ging es mit einem Ambient-Drone-Set von Natasa Grujovic (Ziehharmonika) und Steve Moore (Posaune). Es war genial zwei so stark in der weiterlesen… “Sonic Shaman Festival 2024”


  • Die Gedächtnishalle Chiang Kai-sheks wirkt vielleicht als wäre sie ein Gebäude aus frühester Vorzeit, tatsächlich wurde sie aber erst 1980 fertiggestellt. Fünf Jahre nach dem Tod des Herrschers wollte man ihm damit ein Denkmal setzen.

    Obwohl Taiwan offiziell seit jeher eine Demokratie ist, galt das 1949 erlassene Kriegsrecht ununterbrochen für 38 Jahre. Direkt über dem Kopf der Bronzestatue Chiang Kai-sheks steht dementsprechend auch minzhu 民主 (auf dem Bild von rechts nach links gelesen), was Demokratie bedeutet. Mit einem freiheitlichen Rechtsstaat hatte das aber nichts zu tun.

    In den unteren Räumen der Gedenkhalle befindet sich heute ein Museum, welches sich kritisch weiterlesen… “Die Chiang Kai-shek Gedächtnishalle II”

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  • Ein kurzer Besuch der Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle…

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  • Wu Ming-Yi- The Man with the Compound Eyes/Der Mann mit den Facettenaugen

    Eine gigantische Müllinsel nähert sich Taiwan und mitten darin der gestrandete Ureinwohner eines exotischen Pazifikstamms Atele’i.

    Als zweitgeborener Sohn war er gezwungen einer jahrhundertealten Tradition zu folgen und mit dem Erreichen der Volljährigkeit seine Heimatinsel auf einem kleinen selbstgebauten Floß zu verlassen. Normalerweise entspricht das einem Todesurteil, erfährt er von den Walen, die er für die Geister der verstorbenen Söhne hält, die vor ihm in See gestochen sind. Doch zuletzt gelingt es ihm sich auf eine merkwürdige Insel zu retten, die ihm wie die Hölle auf Erden erscheint.

    An der taiwanischen Küste lebt die lebensmüde Akademikerin Alice in einem Haus, weiterlesen… “Wu Ming-Yi- The Man with the Compound Eyes/Der Mann mit den Facettenaugen”


  • Letztes Wochenende hatten wir einen Ausflug in ein Dorf des indigenen Atayal-Volkes (Tàiyǎ 泰雅). Die Vorfahren dieser zweitgrößten ethnischen Minderheit Taiwans sind wohl schon vor tausenden von Jahren auf die Insel gezogen.

    Für die ursprüngliche Kultur der Atayal waren Gesichstätowierungen charakteristisch. Als Symbol für den Übergang zum Erwachsenenalter bekamen Mädchen und Jungen geschlechtsspezifische Tätowierungen. Während Mädchen dafür ihr Können beim Weben von Kleidung unter Beweis stellen mussten, war es die Aufgabe der Jungs den Schädel eines Menschen aus einem befeindeten Stamm zu ergattern.

    Die taiwanischen Indigenen waren erstaunlich brutal und der Brauch der Kopfjagd war weit verbreitet. Das bekamen auch weiterlesen… “Besuch des des indigenen Atayal-Volkes (Tàiyǎ 泰雅)”

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  • Die Koo Chen-Fu Memorial Library beherbergt hauptsächlich den Buchbestand der Sozialwissenschaften der National Taiwan University (NTU) und ist ein architektonisches Meisterwerk!

    Koo Chen-Fu war ein taiwanischer Geschäftsmann, Filmproduzent und Diplomat, der sich für ein engeres Verhältnis zwischen dem Festland und Taiwan einsetzte. Außerdem war er ein Alumnus der NTU.

    Entworfen wurde das Gebäude vom japanischen Architekten Toyo Ito, der mit der Dachkonstruktion an Lotusblätter erinnern wollte. Erschaffen hat er einen hellen, modernen Bücherpalast.

    Tatsächlich gibt es hier auch deutsche Bücher zu genüge und eine eigene Sektion für europäische Literatur, also falls mich mal das Heimweh packen sollte, weiß ich wo weiterlesen… “Die Koo Chen-Fu Memorial Library”

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  • Siegelstempel (yìnzhāng 印章)

    Heute habe ich erfolgreich ein Bankkonto in Taiwan eröffnet! Knapp zwei Monate nach der Einreise, kann ich also endlich mit der Debit-Karte bezahlen. Das hat auch deshalb so lange gedauert, weil ich bei meinem ersten Termin gleich wieder nach Hause geschickt wurde. “What, you don’t have a stamp?!”, fragte mich die Bankmitarbeiterin mit großen Augen. Ich schaute mindestens genauso entgeistert zurück. “Stamp, red stamp, seal!”, sagte sie dann noch und da wurde mir klar: ich muss mir tatsächlich einen Stempel (yìnzhāng 印章) kaufen!

    Bisher kannte ich diese roten Markierungen eigentlich nur aus der Kalligrafie. Wenn man dann die geschwungenen Zeichen weiterlesen… “Siegelstempel (yìnzhāng 印章)”


  • Maokong-Shan/Berg (貓空山

    Vor kurzem besuchten wir mit unserer Studierendengruppe den Maokong-Shan/Berg (貓空山), um gemeinsam Tee zu pflücken.

    Mit der wahrscheinlich längsten Gondelfahrt meines Lebens wurden wir sanft auf die Bergspitze gebracht. Von dort aus ging es in eine kleine Teefabrik, wo wir zunächst einen Vortrag über die Teetradition Taiwans zu hören bekamen. Dann mussten wir selbst ans Werk und während uns die Moskitos auffraßen, pflückten wir genügend Teeblätter für die Weiterverarbeitung.

    Wir kneteten die Blätter, breiteten sie auf einem Blech aus und schoben sie in einen Ofen. Dann hatten wir eine entspannte Teezeremonie mit Blick auf den 101-Tower. Am frühen Abend fuhren weiterlesen… “Maokong-Shan/Berg (貓空山”

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