• Heute möchte ich euch den Longshan (龍山寺) bzw. Drachenberg-Tempel in Taipei vorstellen. Der Tempel wurde ursprünglich 1738 von Han-Chinesischen Immigranten aus Fujian erbaut und der buddhistischen Gottheit Guanyin gewidmet. In der Zwischenzeit brannte er aber mehrmals nieder, zuletzt 1945 bei einem Bombardement durch die USA.

    Wie für chinesische Heiligtümer nicht unüblich ist auch der Longshan-Tempel bis unters Dach mit verschiedenen Gottheiten, Heiligen, Ahnen, mit Kunst, Schnitzereien und allerlei Anderem vollgestopft. Deshalb möchte ich mich heute nur auf drei zentrale Gottheiten konzentrieren, denen in diesem Tempel geopfert werden kann.

    Bodhisattva des Mitgefühls Guanyin (觀音)

    Nachdem man durch das beeindruckende Eingangstor geschritten weiterlesen… “Longshan Tempel (龍山寺)”


  • Der Shoren-in Tempel ist eine eher kleine, gemütliche Einrichtung, die sich aber durch ihre herausragenden Holzintarsien auszeichnet.

    Der Tempel vertritt den Tiantai (天台) Buddhismus bzw. in japanischer Ausprägung „Tendai“ genannt. In dieser Schule spielt das Lotus-Sutra eine ganz besondere Rolle, weshalb man das blaue Lotus-Motiv auch auf den Fusuma-Schiebewänden sehen kann. Gemäß dem Lotus Sutra verfügen alle Lebewesen über das Potential zum Buddha zu werden, Mitgefühl, Glaube und Hingabe sind von zentraler Bedeutung und dementsprechend spielt auch Avalokiteshvara bzw. Guanyin eine große Rolle.


  • Noch bevor Chiang Kai-shek mit seiner Guomingdang (KMT) vor den Kommunisten nach Taiwan fliehen musste, gab es bereits mit der alteingesessenen Bevölkerung Ärger. Am 28. Februar 1947 wurde eine alte Frau, die illegal geschmuggelte Zigaretten verkaufte, von einem chinesischen Beamten niedergeschlagen. Spontan schritten Passanten gegen den Polizisten ein, woraufhin dieser wild um sich schoss und zwei Zivilisten tötete.

    Dies war der Anfang eines Aufstands, der sich auf die ganze Insel ausweiten sollte. Kurzzeitig gelang es den Rebellen die festlandchinesischen Truppen zurückzuschlagen, aber nach kurzer Zeit wurde der Aufstand erstickt. Bis heute ist die Zahl der Toten unklar, aber man geht weiterlesen… “228 Park”


  • Dieses Wochenende ist besonders verregnet, grau und trist… die perfekte Zeit, um ein Museum zu besuchen! Also ging es gestern ins Taipei Astronomical Museum. Schon in der Eingangshalle erwartete mich lautes Geschrei. Alle zehn Minuten startet dort ein Nachbau des Heißluftballons der Gebrüder Montgolfier, der zum ersten Mal 1782 in die Lüfte stieg. Umringt von Kindern, die alle ganz aus dem Häuschen waren, wurde mir klar: das ist kein Museum für Erwachsene, aber als Kindskopf fühlte ich mich trotzdem pudelwohl.

    So konnte man sich z.B. in ein, nicht ganz originalgetreues Replikat des Moodrovers setzen, gleich daneben war eine Miniatur der weiterlesen… “Taipei Astronomical Museum”

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  • Sanxia (三峽) und der Changfu Tempel (長福巖)

    Der kleinen Vorort Taipeis mit dem Namen Sanxia (三峽) ist vor allem wegen seiner historischen Einkaufsmeile und dem Changfu Tempel (長福巖) bekannt.

    Die Sanxia Old Street (sān xiá lǎo jiē 三峽老街)

    Die Sanxia Old Street, auf der das erste Bild geschossen wurde, ist eine Fußgängerzone flankiert von Gebäuden aus der japanischen Kolonialzeit. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, ließen sich die Kolonialherren in den 1920iger Jahren vom Baustil Europas beeinflussen und verwendeten rotem Backstein für die Läden entlang der Straße. Heute fühlt man sich dort wie die Made im Speck, weil alle fünf Meter weiterlesen… “Sanxia (三峽) und der Changfu Tempel (長福巖)”


  • Jianguo Blumenmarkt (Jiangguo Jiari Huashi 建國假日花市)

    Da nächsten Mittwoch, am 29.1. unserer Zeitmessung das Neujahr gemäß des (chinesischen) Mondkalenders gefeiert wird, war der Jianguo Wochenendmarkt (Jiangguo Jiari Huashi建國假日花市) heute rappelvoll. 

    Keine 20 Minuten mit dem Fahrrad von der Uni entfernt befindet sich unter einer Schnellstraße eine der größten Blumenmärkte der Stadt, quasi ein fernöstlicher Pflanzenkölle nur tropisch und besser. Orchideen, Bonsais, Sukkulenten, Kübel und natürlich Tischbrunnen allerlei Art gibt es dort zu haben. 

    Ein entspanntes Wochenendausflugziel…

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  • Kishu An- Wald der Literatur

    (Jizhouan Wenmingsenlin 紀州庵文學森林)

    1917, also während der Besatzung Taiwans errichtete eine japanische Kaufmannsfamilie dieses wunderschöne Gebäude. Sein Name Kishu An- Wald der Literatur (Jizhouan Wenmingsenlin 紀州庵文學森林) leitet sich von der historischen Provinz Kishu ab, die in der heutigen japanischen Präfektur Wakayama liegt. 

    Nachdem der Bau mehrmals niedergebrannt ist und wieder aufgebaut wurde, dient er heute als Naherholungs- und Veranstaltungsort. Sobald man sich seiner Schuhe entledigt hat, kann man auf Tatami-Matten in die Haupthalle schlendern und die japanische Innenraumgestaltung bestaunen. 

    Die aktuelle Ausstellung handelt von Künstlicher Intelligenz und Dichtkunst. Dabei wurden die Bilder von unterschiedlichen KIs entworfen, aber die Gedichte darunter weiterlesen… “Kishu An- Wald der Literatur”


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  • „Die Zähn‘ ein Kürbiskernbereich“(chi ru huxi 齒如瓠犀)

    Hier ist einer meiner Lieblingsstellen aus dem alten „Buch der Lieder“ (Shijing 詩經). Es entstand zwischen dem 10. und dem 7. Jahrhundert v. Chr. als der König, der Legende nach, seine Beamten aussendete, um aufzuzeichnen welche Lieder das Volk so singt. Sind es fröhliche Lieder, geht es den Leuten gut, haben sie aber den Blues, muss sich an der Politik etwas ändern. Leider sind die Melodien längst verloren gegangen, sodass heute nur noch die Lyrics überliefert sind.

    Das hier abgebildete Volkslied stammt aus dem Staate Wey im heutigen Henan und besingt die Schönheit der Gattin des Fürsten von Wey. Dabei weiterlesen… “„Die Zähn‘ ein Kürbiskernbereich“(chi ru huxi 齒如瓠犀)”


  • Das Taiwan-Nationalmuseum

    Gestern war ich im Taiwan-Nationalmuseum, welches sich Mitten im 228-Friedenspark befindet. Das Museumsgebäude wurde unter japanischer Herrschaft im europäischen Stil erbaut und umfasst heute zwei Dauerausstellungen zur Geschichte Taiwans und ein bis zwei wechselnde Sonderausstellungen.

    Letztere handelt aktuell von Kultur und Wissenschaft „singender“ Insekten, also z.B. von Grillen, Zikaden und Heuschrecken. Diese galten im alten China keineswegs nur als Schädlinge. Stattdessen hat man sie gehegt und gepflegt, ja sogar die anmutige Schönheit junger Prinzessinnen wurde im ältesten chinesischen Liederbuch (Shijing) mit ihnen verglichen (siehe separater Beitrag). Später hat man Grillen auch in Duellen gegeneinander antreten lassen und Wetten auf den weiterlesen… “Das Taiwan-Nationalmuseum”