• „Die Klause der Illusionen“

    In dem Buch „Die Klause der Illusionen“ begleiten wir drei, vom Buddhismus inspirierte, asiatische Dichter auf ihrem Weg in die meditative Abgeschiedenheit.

    Nachdem das Haus von Matsuo Basho (1644-1694) abgebrannt und seine Mutter gestorben war, machte er sich im höheren Alter auf eine Reise durch Japan. Dabei schrieb er das Buch „Auf schmalen Pfaden durchs Hinterland“ in dem auch sein berühmtestes Haiku vorkommt:

    „Uralter Teich
    Ein Frosch springt hinein
    Plop.“


    Mit fast 50 Jahren kehrt Basho der Welt den Rücken zu und zieht in die verlassene Hütte eines verstorbenen Samurai. Dort reflektiert er seinen Lebensweg als Dichter und bedauert, nicht weiterlesen… “„Die Klause der Illusionen“”


  • Tanizaki Junichiros Lob des Schattens

    Kaum nähern wir uns der dunkleren Jahreszeit, beginnt die Stadt Trier ihren Kampf gegen die Finsternis. Wo einst verlotterte Jugendliche heimlich knutschten, herrschen jetzt klare Verhältnisse.

    Tanizaki Junichiro veröffentlichte 1933 den Essay „Lob des Schattens“ und äußert sich darin u.a. auch kritisch gegenüber moderner Straßenbeleuchtung. Der Untertitel des Buchs lautet aber „Entwurf einer japanischen Ästhetik“ und der Name ist Programm.

    So geht es um den Vergleich zwischen grellen, westlichen, elektrischen Lampen und dem zarten Licht japanischer Papierlaternen. Es ist von der Schönheit des Schattens in der japanischen Architektur die Rede und von den eleganten Damen mit bleicher Haut und geschwärzten weiterlesen… “Tanizaki Junichiros Lob des Schattens”


  • 强国- Olympia und die starke Nation

    强国 worin genau besteht denn diese Stärke? Worin besteht die Strahlkraft, die von den Olympioniken ausgeht? Gibt es überhaupt einen positiven Effekt des Spitzensports auf den Breitensport oder müsste man nicht wie die Daoisten davon ausgehen, dass in Gesellschaften, in denen viel Sport existiert, sich die Menschen immer weniger bewegen.

    大道廢,有仁義;智慧出,有大偽;六親不和,有孝慈;國家昏亂,有忠臣。

    Der groBe SINN ward verlassen: so gab es Sittlidlkeit und Pflidlt Klugheit und Erkenntnis kamen auf: so gab es die groBen Liigen Die Blutsverwandten wurden uneins:  so gab es Kindespflidlt und Liebe. Die Staaten kamen in Verwirrung und Unordnung:so gab es treue Diener. (DDJ 18)


  • Über Anfänge und das Neue

    Folgt man dem „Buch der Wandlungen“ (Yijing 易經) in der Annahme, dass die Welt sich im stetigen Wandel befindet, dann ist jeder Moment in dem Sinne neu, dass er sich vom vorherigen unterscheidet. Aber der Wandel folgt den Gesetzmäßigkeiten, die mit den 64 Hexagrammen beschrieben werden. Für das radikal Neue, verstanden als das noch nie vorher Dagewesene, steht im Denken des klassischen China, nur ein eingeschränkter Raum zur Verfügung. Welche Wandlungsform die Welt auch immer annehmen sollte, sie bleibt im Rahmen der Beschreibungskraft des Yijing.

    Nun versichert uns das „Große Lernen“ (Daxue 大學), dass alle Angelegenheiten einen Anfang weiterlesen… “Über Anfänge und das Neue”


  • Kaifeng 982

    In diesem Detektivspiel helfen wir Professor Dan Silvers den Mord an Kanzler Lai aufzuklären, der 982 u.Z. in Kaifeng, der damaligen Hauptstadt der Song Dynastie, stattgefunden haben soll.

    Dabei verlassen wir uns in erster Linie auf fiktive Texte aus der damaligen Zeit, die glücklicherweise bereits alle in Deutsch übersetzt wurden. Außerdem stöbern wir durch einen eigens für dieses Spiel geschriebenen Wikpedia-Artikel und schauen uns die verschiedenen Münztypen auf der Webseite eines erfundenen Auktionshauses an. Eine Internetverbindung ist zum Spielen also unbedingt notwendig, dafür kommt aber tatsächlich auch das Gefühl auf, eine längst vergangene Straftat zu recherchieren. Die „Fallakten“ die wir weiterlesen… “Kaifeng 982”


  • Die Merkwürdige Kriminalfälle des Richters Di

    Bei dem Buch „Merkwürdige Kriminalfälle des Richters Di“ handelt es sind um eine freie Übersetzung des chinesischen Kriminalromans „Di Gong An“ (狄公案) aus dem 18. Jahrhundert. Während der Autor des Originals nicht mehr bekannt ist, erlangte Richter Di Renjie (狄仁傑) aufgrund der spannenden Übersetzung von Robert van Gulik im Westen den Ruf des chinesischen Sherlock Holmes. Im Gegensatz zu seinem britischen Kollegen, ist Di Renjie aber keine rein fiktive Person. Er lebte von 630-700 n.u.Z., also während der Tang Dynastie und war Kanzler unter Wu Zetian (武則天), der einzigen Kaiserin Chinas, die 690 ihre eigene Dynastie gründete. Damals war er weiterlesen… “Die Merkwürdige Kriminalfälle des Richters Di”


  • Yasushi Inoue- Der Tod des Teemeisters

    Dieses Mal geht die Reise nicht nach China, sondern in das Japan des 16. Jahrhunderts. Genauer gesagt in das Jahr 1591 als der legendäre Teemeister Sen no Rikyu, auf Befehl des mächtigen Shoguns Hideyoshi, rituellen Selbstmord beging. Noch Jahre später kann sich sein Gehilfe und enger Vertrauter Honkakubo nicht mit dem Tod abfinden und beginnt den längst erkalteten Spuren zu folgen. Dafür besucht er alte Weggefährten und Freunde seines Meisters, aber es handelt sich nicht um einen Kriminalroman. Tatsächlich findet Honkakubo am Ende zwar viele Hinweise, aber keine finale Erklärung für den Selbstmord von Sen no Rikyu. Tatsächlich sind die weiterlesen… “Yasushi Inoue- Der Tod des Teemeisters”


  • Abnormales Qi

    不正之氣:

    明作錄云:「如起風做雨,震雷閃電,花生花結,非有神而何!自不察耳。才見說鬼事,便以為怪。世間自有箇道理如此,不可謂無,特非造化之正耳。此為得陰陽不正之氣,不須驚惑。所以夫子不語怪,以其明有此事,特不語耳。南軒說無,便不是。《朱子語類》《鬼神》19

    問:「道理有正則有邪,有是則有非。鬼神之事亦然。世間有不正之鬼神,謂其無此理則不可。」曰:「老子謂『以道蒞天下者,其鬼不神』。若是王道修明,則此等不正之氣都消鑠了。」人傑。方錄云:「老子云:『以道治世,則其鬼不神。』此有理。行正當事人,自不作怪。棄常則妖興。」 《朱子語類》《鬼神》83

    陰氣凝結於內,陽氣欲入不得,故旋繞其外不已而為風,至吹散陰氣盡乃已也。「和而散,則為霜雪雨露;不和而散,則為戾氣曀霾。」戾氣,飛雹之類;曀霾,黃霧之類;皆陰陽邪惡不正之氣,所以雹水穢濁,或青黑色。 《朱子語類》《張子書二》 18


  • Heinrich Geiger- Den Duft hören

    Der merkwürdige Titel „Den Duft hören“ (聽香) entstammt einer Kalligraphie, die Heinrich Geiger in einem klassisch chinesischen Garten in Suzhou entdeckt hat. Die Verwirrung, die er zunächst stiftet, soll den Leser dazu anregen neue Perspektiven jenseits des bekannten Dualismus von Natur und Kultur einzunehmen. Und so entfaltet sich ein ganzes Feuerwerk an guten Ideen und originellen Sichtweisen zu dem Thema „Natur, Naturbegriff und Umweltverhalten in China“.

    Der daoistisch geprägte Begriff ziran (自然) wird gleich am Anfang erklärt. Im heutigen Mandarin wird er einfach mit „Natur“ übersetzt, aber die zwei Schriftzeichen haben auch die Bedeutung „einfach-so-sein“. Die menschliche Natur (xing 性) weiterlesen… “Heinrich Geiger- Den Duft hören”


  • Ling Ying-Tai- Am Fusse des Kavulungan

    Um ihrer inneren Unruhe zu entkommen, erhält die Hauptperson des Romans, eine erfolglose Schriftstellerin, von einem buddhistischen Mönch den Ratschlag sich für zwei Jahre am Fuße des Kavulungans niederzulassen. Zusammen mit ihrem Kater, zieht die Autorin also in ein kleines Dorf im ländlichen Taiwan und lässt die Eindrücke auf sich wirken. Dann folgen 84 kurze Kapitel, in denen sich Alltagsbetrachtungen, Naturbeschreibungen und die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Dorfgemeinschaft gegenseitig abwechseln. So erfährt man von einer Polizeistation, in der verschiedene Götterstatuen immer noch angebetet werden, obwohl sie von einem anderen achtlos weggeworfen wurden. Man liest von den grässlichen Überschwemmungen, die Taiwan weiterlesen… “Ling Ying-Tai- Am Fusse des Kavulungan”