Tee von Yuan Zhen

Dieses berühmte Teegedicht stammt von dem tangzeitlichen Poeten Yuan Zhen (元稹), der von 779 bis 831 lebte. Das Schriftbild des Gedichts ähnelt dabei einer Pagode, mit jedem Vers wird es um ein Schriftzeichen und damit einer Silbe länger. Bei meiner Übersetzung habe ich versucht den Effekt dadurch nachzustellen, dass mit jeder Zeile die Anzahl der Worte zunimmt.

Das erinnert an die „konkrete Poesie“, bei der die Schrift selbst zum Thema wird. Ein berühmtes Beispiel hierfür, wäre das Gedicht „Apfel“ von Rainhard Döhl, welches eben aussieht wie ein Apfel. In einem wesentlichen Aspekt unterscheidet sich das Teegedicht aber von der „konkreten Poesie“, es hat nämlich immer noch einen sprachlichen Inhalt und bewundert den Tee mitsamt seiner bezaubernden Wirkung.

Der Text ist schon recht alt und verwendet einige Fachbegriffe, die mir nicht ganz klar sind. So bin ich z.B. über 曲塵花 gestolpert. 曲塵 wird in der chinesischen Suchmaschine baidu als eine Art Ablagerung beschrieben, die als Nebenprodukt der Fermentation entsteht. 花 ist eigentlich eine Blume. Zum Glück haben auch Muttersprachler häufig Schwierigkeiten solche alten Gedichte zu verstehen. Auf der Seite Gushi Wenwang gibt es deshalb eine Übertragung des Gedichts in modernes Chinesisch und dort ist von einem Schaum auf dem Tee die Rede.

Hierbei wird deutlich, dass Yuan Zhen wahrscheinlich, den in der Tang-Dynastie noch weit verbreiteten pulverisierten Tee beschreibt, der wie der heutige japanische Matcha aufgeschlagen wird, sodass er kleine Bläschen bildet.

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