Macau- Das Las Vegas Ostasiens

Nur einen Katzensprung von Hong Kong entfernt liegt das Las Vegas Ostasiens, die ehemalige portugiesische Kolonie Macau. An dieser Stelle begegnet uns erneut die Meeresgöttin Mazu (媽祖), denn der Name „Macau“ leitet sich von der „Himmelskönigin“ ab. Als die ersten Portugiesen Anfang des 16. Jahrhunderts an der Küste anlegten und die Einheimischen nach dem Namen dieses Landstrichs fragten, antworteten diese „Ma Kok“ (媽閣). Das war eigentlich die Bezeichnung für den großen Mazu-Tempel, der dort 1488 erbaut wurde und bis heute genutzt wird. Aus „Ma Kok“ wurde dann mit portugiesischer Aussprache im Laufe der Zeit „Macau“. Im Chinesischen dagegen nennt sich die ganze Region Aomen (澳門), was ungefähr so viel wie „Hafentor“ bedeutet.

Nach langem hin und her setzten sich die Portugiesen jedenfalls an diesem Fleck der Erde fest und verdienten prächtig am Handel mit Asien. 1849 wurde das Glücksspiel legalisiert und als Macau 1999 in die Volksrepublik eingegliedert wurde, blieb das Gesetz erhalten. So ist Macau heute der einzige Ort in Festlandchina, wo man sich ungehindert dem Glücksspiel hingeben kann.

Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und so quartierten wir uns im „Venetian Macau“ ein, dem achtgrößten Gebäude der Welt und größtem Hotelgebäude Asiens. Unter einem Dach gibt es ein Kino, ein Theater, eine gigantische Shopping Mall mit künstlich angelegtem Fluss, auf dem man sich von venetianisch anmutenden Gondolieri vom Footcourt zum Kinderparadies bringen lassen kann, natürlich ein riesiges Hotel und nicht zu vergessen das Casino.

Dort waren die mit Abstand häufigsten Spiele Baccarat, Sik Bo und Roulette, sowohl in digitaler Form als auch am Tisch. Natürlich gab es auch Einarmige Banditen und auch Poker wurde gespielt, aber in einem separaten Bereich. Die Minimaleinsätze an den Tischen waren jedoch ziemlich happig, sodass dem Schwaben, gemäß seinem sparsamen Wesen, schon nach kürzester Zeit die Zuschauerrolle zukam. Zum Glück gab es noch die Spielautomaten, die auch Münzgeld fraßen und außerdem waren ja die Getränke kostenlos. Ein spaßiger Abend in sehr speziellem Ambiente!

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