Das Deutsche Apotheken-Museum

Im Heidelberger Schloss befindet sich das Deutsche Apotheken-Museum. Mit ausführlichen Tafeln werden wir durch die Geschichte der Medizin und Pharmazie geführt. Wir erfahren von der „Vier-Säfte-Lehre“ des Hippokrates, dann geht es weiter mit mittelalterlicher Klosterheilkunde und schließlich findet man sich bei den barocken Apotheken wieder.

Die hier abgebildete grünlich-türkisenen Schränkchen stammt aus dem Benediktinerkloster Schwarzach und wurde 1724 eingeweiht. Im Mittelpunkt der damaligen Apotheken stand der Rezepturtisch, an dem die Arzneien zubereitet wurden.

Für jemanden mit Interesse an China, ist natürlich die Vitrine mit dem Opium besonders interessant. Hier wurde die getrocknete Pflanze selbst ausgestellt, sowie eine Pfeife, kleine Gewichte in Tierform für das Abwiegen des Opiums und noch ein paar weitere Requisiten.

Ansonsten sind aufwändige Reiseapotheken ausgestellt, Destillationsapparate und die ersten modernen Medikamente, wie z.B. Aspirin. Außerdem wird die spannende Geschichte erzählt, wie es zu dem eigentümlich deutschen Apothekensymbol kam, dem roten A. Dieses geht nämlich auf einen Wettbewerb von 1936 zurück. Die unter den Nazis gleichgeschaltete Deutsche Apothekerschaft entschied sich für das rote A in Frakturschrift, welches vom Grafiker Paul Weise (1890-1976) vorgeschlagen wurde. Zusätzlich fügte man noch die Manrune (auch: Lebensrune, bzw. „Mistgäbelchen“) hinzu. Paul Weise erhielt später Berufsverbot, weil er sie weigerte sich von seiner jüdischen Frau zu trennen. Nach dem Zweiten Weltkrieg behielt man das A, ersetzte aber die Rune mit dem Giftkelch und Äskulapschlange.

Übrigens, das international gebräuchliche grüne Kreuz als Apotheken-Symbol geht der Legende nach auf den Lazarus-Orden aus dem Mittelalter zurück, der sich um Leprakranke kümmerte und dessen Wappen ein grünes Kreuz war. Wirklich gebräuchlich wurde das Symbol aber erst im Laufe des 20. Jahrhunderts.