





Betritt man das Japanische Nationalmuseum in Tokyo, um die Dauerausstellung im Erdgeschoss zu genießen, wird man mit zwei furchteinflößenden Nio-Statuen konfrontiert. Ursprünglich bewachten diese Beschützer des Buddha die Tore eines Tempels in Kyoto, doch als die Erde mit unbändigem Zorn zu beben begann, waren auch diese Schutzgötter machtlos. Als der Tempel zusammenstürzte, wurden sie unter seinen Trümmern begraben. Erst Jahrzehnte später gelang die Rekonstruktion der zwei monumentalen Statuen.
Der rechte Krieger heißt Guhyapāda, sein Mund steht offen, bereit für eine kräftigen Schrei „Ahh!“, oder eben „a“ der erste Buchstabe im Sanskrit. Der linke Krieger wird Nārāyaṇa genannt und hält seinen Mund fest verschlossen, während er den letzten Buchstaben ausdrückt, der ungefähr wie „hum“ geklungen haben muss. Der Anfang und das Ende, Alpha und Omega. Unter ihrem Schutz also betreten wir das 1872 erbaute, älteste und größte Museum Japans.
Hier die ganzen Schätze aufzuzählen, die einem dort begegnen wäre ein hoffnungsloses Unterfangen. Deshalb nur stichwortartig: mehrere Rüstungen der Samurai mit detaillierten Ausführungen darüber, wie diese sich im Laufe des Wandels von berittenen Einheiten mit Pfeil und Bogen hin zu Fußeinheiten mit zwei Schwertern wandelten. Natürlich auch eben jene Katanas, aber auch Kampfmesser (Tanto), Lanzen und Speere. Die Katanas wurden immer ohne Griff ausgestellt, weil die oft berühmten Schmiede dort ihre Initialen hinterlassen haben. Zu den Rüstungen ist noch zu sagen, dass die Samurai diese häufig in Anlehnung an Tiere gestalteten, die in ihrem Clan besonderen Respekt genossen. Eines der geteilten Bilder zeigt z.B. eine Rüstung mit Bärenohren und -fell.
Natürlich gab es auch eleganten Gewänder der Hofdamen zu bestaunen z.B. ein Kimono mit detaillierten Stickereien oder die Sänfte des Kaisers.






Eine berühmte Schriftrolle mit der Abbildung des legendären Gründers des Zen-Buddhismus Bodhidharma war ebenso zu sehen wie eine Maske aus dem japanischen No-Theater. Zum Schluss gab es noch einen ganzen Saal voller Meisterwerke der ukiyo-e Druckkunst. Das hier geteilte Bild heißt „Regen bei Nacht in den Azuma Wäldern“ und stammt von dem berühmten Künstler Utagawa Hiroshige (1797-1858).
Auch die Räumlichkeiten mit den Ausstellungsstücken anderer Länder war beeindruckend. So habe ich zum ersten Mal bewusst einen Buddha aus Gandhara gesehen, dem heutigen Pakistan, der einen Oberlippenbart trägt und dessen Gewand ihm so schwungvoll von den Schultern fällt, wie wir es sonst nur von griechischen Statuen gewohnt sind. Wer schon immer mal wissen wollte, wie die Krone eines koreanischen Königs aussah, auch der wird in diesem Museum fündig. Eine schlichtweg atemberaubende Erfahrung!Eine berühmte Schriftrolle mit der Abbildung des legendären Gründers des Zen-Buddhismus Bodhidharma war ebenso zu sehen wie eine Maske aus dem japanischen No-Theater. Zum Schluss gab es noch einen ganzen Saal voller Meisterwerke der ukiyo-e Druckkunst. Das hier geteilte Bild heißt „Regen bei Nacht in den Azuma Wäldern“ und stammt von dem berühmten Künstler Utagawa Hiroshige (1797-1858).
Auch die Räumlichkeiten mit den Ausstellungsstücken anderer Länder war beeindruckend. So habe ich zum ersten Mal bewusst einen Buddha aus Gandhara gesehen, dem heutigen Pakistan, der einen Oberlippenbart trägt und dessen Gewand ihm so schwungvoll von den Schultern fällt, wie wir es sonst nur von griechischen Statuen gewohnt sind. Wer schon immer mal wissen wollte, wie die Krone eines koreanischen Königs aussah, auch der wird in diesem Museum fündig. Eine schlichtweg atemberaubende Erfahrung!

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