




Noch bis Oktober dieses Jahres findet in Osaka die Weltausstellung Expo 2025 statt. Weil ich ohnehin in der Gegend war, wollte ich mir das Spektakel nicht entgehen lassen. Im Vorfeld der Ausstellung gab es, wie immer Probleme, Skandale und Schwierigkeiten. Paris zog damals 2018 seine Bewerbung sogar zurück. Als Osaka den Zuschlag erhielt, kam es zu Bauverzögerungen und einer ungeheuren Preisexplosion. Am Ende konnten am Eröffnungstag fünf Länderpavillons nicht in Betrieb genommen werden.
Die Expo befindet sich auf einer künstlich aufgeschütteten Insel am Stadtrand und zeichnet sich durch einen Ringbau aus, der das gesamte Gelände umschließt. Dieser sogenannte „Grand Ring“ ist eine 20m hohe, begehbare Holzstruktur mit 675m Durchmesser und ca. 2km Umfang. Zu Beginn eines Besuchs macht es Sinn mit der Rolltreppe auf das Dach des „Grand Ring“ zu fahren, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Leider hat man der Expo aber angemerkt, dass ihre Planung mit der heißen Nadel gestrickt wurde. Fast nirgendwo gab es Schatten, Essensstände lagen weit entfernt voneinander und an den Wasserspendern bildeten sich ewige Schlangen. Generell hatte man den Eindruck, dass die Anlage nicht für die Menschenmassen ausgerichtet war, die zu Besuch kamen. Manche Länderpavillons waren so überfüllt, dass selbst die meterlangen Schlagen vor den Eingangstoren „geschlossen“ wurden, weil es keinen Platz mehr gab sich anzustellen, ohne den Verkehr zu behindern. Durstig und genervt entschied ich mich deshalb dazu keinen der großen Pavillons zu besichtigen, sondern vergnügte mich in den Ausstellungshallen der Entwicklungsländer.
Am beeindruckendsten fand ich jedoch die musikalische Beschallung vor Ort. Das gesamte Expo-Gelände war mit Lautsprechern ausgestattet, die die Besucher mit passender Musik beschallten.
Dieses sogenannte „Soundscape Design“ orientiert sich an natürlichen Rhythmen, Wetter und der historischen Zeitmessung. Morgens klingen belebende, abends entspannende Klänge. Durch Sensoren ändert sich die Musik auch je nach Sonneneinstrahlung oder bei Regen und Sturm. Außerdem war das Gelände in acht verschieden Zonen aufgeteilt (z.B. Wald, Wasser, Leben, Luft, etc.), in denen jeweils verschiedene Lieder gespielt wurden.
Die Klangwelten lassen sich auch von zuhause aus entdecken. Hier wäre die Webseite der Expo: https://expoworlds.jp/en/sound/ und hier der Soundcloud-Account mit den Liedern selbst: https://soundcloud.com/expoworlds Leider war keines der Lieder aus der Expo hier auf Instagram direkt abspielbar. Deshalb läuft im Hintergrund „Night Forest“ von Kuniyuki Takahashi, einem Künstler, der auch einige Beiträge zur Klangkulisse der Expo geleistet hat.

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