Nanzen-ji Tempel

Der Nanzen-ji Tempel verfügt ebenfalls über ein enormes Eingangstor. Auch wenn es nicht ganz so massiv ist wie das des Chion-in Temples, so kann man es gegen einen kleinen Obulus besteigen und von seinem Balkon aus, den Blick über ganz Kyoto schweifen lassen. Erbaut im Jahr 1628 ist das Eingangstor auch der Ort eines berühmten Kabuki Theaterstücks. Das Stück mit dem Titel „Das goldene Tor und das Paulownia-Wappen“ (Sanmon Gosan no Kiri 樓門五山桐) wurde erstmals 1778 aufgeführt, aber erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit.

Ein weiteres Merkmal dieses Tempels ist das Aquädukt im westlichen Stil, welches 1890 erbaut wurde und Wasser von dem nahegelegenen Biwasee-Kanal transportiert. Auch unter Japanern sehr beliebt und als Hintergrundkulisse für wunderschöne Fotoaufnahmen hübscher Damen im Kimono.

Persönliches Highlight war für mich jedoch der Waldweg, der sich hinter dem Tempel den Berg hochschlängelt. Mit einem Mal verlässt man den buddhistischen Zen-Tempel und findet sich auf einem unscheinbaren Trampelpfad wieder. Erst nachdem ich die Karte doppelt und dreifach gecheckt hatte, war ich mir sicher noch immer in die richtige Richtung zu laufen. Kleine Monumente am Wegesrand von finster dreinblickenden Geistern machen den Einfluss des Shintoismus deutlich und eh man sich versieht steht man vor einem kleinen Wasserfall mitten im Wald. Einfach wunderbar!

Im Gegensatz zu dieser wilden Natur und wie es sich für ein ordentliches Zenkloster gehört, findet man natürlich auch im Nanzen-Ji Tempel einen streng ordentlich hergerichteten Steingarten.

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