Magie-Ausstellung im Übersee Museum in Bremen

Das Übersee-Museum in Bremen hatte bis letzten Sonntag eine spannende Sonderausstellung zum Thema „Magie“. Nach dem Tritt durch die Eingangstüre, läuft man durch einen kleinen künstlich angelegten Wald in dem ausgestopfte Raben, Eulen, Wildschweine und schließlich auf einer Lichtung ein kleines Rudel Wölfe ausgestellt sind. Im alten Europa glaubte man, dass Wölfe „betäubende“ Kräfte besäßen: Wer einen Wolf erblickt, erstarrt wie angewurzelt auf der Stelle und wer seinen Atem einatmet, verliert die Sprache. In vielen Teilen der Welt besagten die Legenden außerdem, dass Hexen und Zauberer sich in Wölfe verwandeln konnten. Das trug zusätzlich zur Furcht vor diesem Tier bei.

Dann geht es weiter mit Heilpflanzen und -kristallen und welche Wirkungsweise man ihnen im Mittelalter zugeschrieben hat. Es geht auch um Astrologie, Wahrsagerei und Kontakt mit dem Übernatürlichen in jeglicher Form. Auch die Chinesen werden mit ihrem Yijing, dem Buch der Wandlungen, einem uralten Orakeltext, kurz erwähnt. Dann ändert sich der Ton der Ausstellung und wird düsterer, denn bei einem solchen Thema darf die Geschichte der Hexenverbrennung natürlich nicht unerwähnt bleiben. Unter Federführung der Kirche wurde alles Magische über Jahrhunderte verfolgt, worunter hauptsächlich Frauen zu leiden hatten.

Erst Ende des 19. Jahrhundert gelingt es, die Magie in Form von spektakulären Zaubershows wieder zu etablieren. Die Ausstellung geht in diesem Kontext darauf ein, wie stark der amerikanisch-ungarische Künstler Harry Houdini die moderne Zauberkunst geprägt hat.

Leider gab es kein Begleitbuch zu der Ausstellung und selbst auf der Webseite des Museums lässt sich nur ein Flyer herunterladen, auf dem die verschiedenen Veranstaltungen abgedruckt sind, der aber ansonsten nur wenig Hintergrundinformationen liefert. Außerdem habe ich herausgefunden, dass sich die Ausstellung stark von einer vorangegangen Ausstellung des Musée des Confluences in Lyon (April 2022-März 2023) inspirieren lassen hat.

Das Thema und seine Darstellung waren sehr gelungen, aber der Mangel an zusätzlichem Material ist doch sehr enttäuschend!