





Gleich nach unserer Ankunft in Xiamen, der Hauptstadt der Provinz Fujian, spazierten wir über den malerischen Campus der Universität. Vor dem imposanten Hauptgebäude befand sich ein stimmungsvoll angelegter Teich und darin schwammen fröhlich zwei schwarze Schwäne. Ursprünglich ist der Schwarzschwan in Australien und Neuseeland verbreitet und war daher lange Zeit in Europa komplett unbekannt. Weil man ausschließlich weise Schwäne kannte, stellte die Entdeckung schwarzer Schwäne eine große Überraschung dar. Daher stammt das Bild vom „schwarzen Schwan“ als völlig unerwartetes Ereignis.
Ein solch unerwartetes Ereignis war wohl der Auftritt Lu Xuns (魯迅) auf der Bühne der chinesischen Literatur. Der Autor des Klassikers „Tagebuch eines Verrückten“ (1918) gilt als (Mit-)begründer der modernen chinesischen Literatur. Lu Xun hat zwar nicht mal ganz ein Jahr an der Xiamen Universität verbracht, trotzdem ist ihm heute dort ein kleines Museum gewidmet. Nachdem wir auch hier eine wunderbare Führung erhalten hatten, war der erste Tag unserer Reise auch schon vorbei.
Der zweite Tag begann mit Vorträgen und am Nachmittag fuhren wir auf die Insel Gulangyu (鼓浪屿), die direkt vor Xiamen liegt und während der Zeit der Kolonialisierung Heimat zahlreicher Europäer, Amerikaner und Japaner wurde. Heute ziehen die Kolonialgebäude in verschiedenen europäischen Stilen, sowie die Tatsache, dass auf der ganzen Insel keine Autos fahren, viele Touristen an. Ein faszinierender Ort interkulturellen Austauschs!




