








Die Gedächtnisstätte zur Erinnerung an den Weißen Terror auf der Grünen Insel (Báisè Kǒngbù Lǜdǎo Jìniàn Yuánqū 白色恐怖綠島紀念園區) gedenkt den Opfern der politischen Verfolgung unter der Alleinherrschaft der Kuomintang während des 38 Jahre andauernden Kriegsrecht zwischen 1949 und 1987. Die Opferzahl wird auf 10.000 bis 30.000 geschätzt, aber bis heute liegen keine gesicherten Daten vor. Unter dem Vorwand Kommunisten zu verfolgen, wurden hauptsächlich junge Leute auch auf bloßen Verdacht hin, festgenommen und über Jahre hinweg eingesperrt. Regimekritiker jeglicher Couleur wurden verfolgt und hart bestraft. Während auf der Hautpinsel Taiwans auch reguläre Gefängnisse existierten, wurden die, aufgrund politischer Vergehen Verurteilten, allesamt auf die Insel verfrachtet.
Läuft man durch den Eingang zu dem Gefängnistrakt sieht man zunächst eine taiwanische Flagge. Links davon steht „Ich liebe mein Vaterland“, rechts davon „Ich liebe die Landesflagge“. Dann betritt man den Gefängnishof, wo die Insassen ein wenig Ausgang hatten und Sport machen durften. Von dem Zentraleingang des Gefängnisgebäudes gehen dann auf zwei Stockwerken jeweils vier Gänge ab, an denen die einzelnen Zellen aufgereiht sind. In jeder Zelle war dann eine ganze Gruppe von Gefangenen untergebracht. Heute gab es in den geöffneten Zellen verschiedene Ausstellungsgegenstände. So wurde die Näherei gezeigt, der Frisör, ein kleiner Laden wo sich die Insassen besondere Nahrungsmittel kaufen konnten oder die Bibliothek.
Vor der Fertigstellung dieses Gebäudes hausten die Gefangenen aber viele Jahre lang in primitiven Baracken. Wie es dort ausgesehen hat, wurde durch Wachsfiguren nachgestellt. Die Lebensbedingungen waren hart und die Insassen wurden zu schwerer Arbeit gezwungen.
2001 wurde die Einrichtung dann in ein Museum umgebaut.

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