





Ursprünglich wurde die Burg von Osaka im späten 16. Jahrhundert von Toyotomi Hideyoshi, einem der großen Reichseiniger Japans, errichtet. Ziel war es, ein politisches und militärisches Zentrum zu schaffen, das seine Herrschaft über das Land festigen sollte. Im Laufe der Geschichte wurde die Burg jedoch mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. So z.B. während der Belagerungen von Osaka Anfang des 17. Jahrhunderts oder später durch Brände und Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg.
Nähert man sich dem Hauptturm aus nördlicher Richtung, so läuft man an den Gräbern von Toyotomi Hideyori, dem Sohn des Burggründers, sowie dessen Frau Yodo-dono vorbei. Nach dem Tod des Reichseinigers Hideyoshi, sollte dessen junger Sohn Hideyori den Thron übernehmen. Jedoch wurde er schnell von dem aggressiven Daimyo Tokugawa Ieyasu verdrängt. Nach der Belagerung von Osaka zwang der neue Regent den Sohn Hideyori mitsamt seiner Mutter, der verwitweten Frau des Reichseinigers, an diesem Ort Selbstmord zu begehen. Damit begann das Tokugawa Shogunat (Edo-Zeit), welches noch bis 1868 Bestand haben sollte.
Der heutige Hauptturm ist der Burg von Osaka ist überraschend jung! Er stammt aus den 1930er-Jahren und stellt von außen eine originalgetreue Rekonstruktion des ursprünglichen Turms dar. Während den 1990er-Jahren kam es zu weiteren, umfassenden Restaurierungen, sodass man heute sogar mit dem Fahrstuhl bis in die obersten Stockwerke gelangt. Das Innere beherbergt heute ein modernes Museum, das die Geschichte Hideyoshis, die Baugeschichte der Burg und die Schlachten von Osaka anschaulich darstellt. Im achten Stock befindet sich eine Aussichtsplattform mit bezauberndem Blick über die Stadt.
Diese Verbindung aus moderner Technik im Gewandt altehrwürdiger Tradition kann als Sinnbild für die gesellschaftliche Entwicklung Japans seit der Meiji-Restauration verstanden werden. Das Schlagwort der damaligen Zeit war „Wakon yōsai“ (和魂洋才) „japanischer Geist und westliche Technik“.

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