Der Tempel am Sonne Mond See

Am Südufer des Sonne-Mond Sees liegt außerdem ein buddhistischer Tempel, der dem Mönch Xuanzang (玄奘) gewidmet ist. Der Tempel wurde 1996 erbaut und beherbergt eine wichtige Reliquie, nämlich ein Stück vom Schädelknochen des ehrwürdigen Mönchs. 

Xuanzang ist im 7. Jahrhundert u.Z. von China aus, entlang der Seidenstraße nach Indien gewandert, um buddhistische Schriften zu finden und in das Reich der Mitte zu bringen. Auf seiner ca. 15 Jahre andauernden Reise, sammelte er hunderte von Texten, die er den Rest seines Lebens teilweise übersetzte. Das machte ihn zu einem der einflussreichsten Mönche des chinesischen Buddhismus.

Sein Ruhm wurde dadurch noch gesteigert, dass er ca. neun Jahrhunderte später zur Hauptfigur des klassischen Romans „Reise in den Westen“ (西遊記) wurde. In der Geschichte wird seine Pilgerfahrt blumig und lustig erzählt, mit zahlreichen Geistern und Dämonen, Intrigen und Kämpfen. 

Die Authentizität der Reliquie lässt sich stark bezweifeln, immerhin kam Taiwan erst 1955, also ca. 1291 Jahre nach Xuanzangs Tod, in ihren Besitz. Der Wandermönch starb 664 u.Z. in der damaligen Hauptstad Chang’an, die heute Xi’an genannt wird. Im Jahr 1027 wurden die Gebeine wohl nach Nanjing gebracht. Während der japanischen Besetzung Chinas wurden Xuanzangs Knochen dann nach Japan verschifft und von dort aus, kamen sie nach dem Zweiten Weltkrieg nach Taiwan. 

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