





Das „Samurai Ninja Museum“ in Kyoto ist eine interaktive, lustige, aber vor allem für Kinder perfekt geeignete, kleine Ausstellungshalle. Bei einer obligatorischen Führung bekommt man nicht nur die verschiedenen Rüstungen und Waffen gezeigt, sondern darf zum Schluss sogar selbst ein paar Shuriken (sternförmige Ninja-Wurfwaffen) schmeißen. Es handelt sich um einen wirklich lebhaften Kurzausflug in das feudale Japan mit seinen Kriegsherren, ehrvollen Kämpfern und Intrigen.
Anfangs dienten die Samurai lediglich als Soldaten für den Kaiser und die Adelsfamilien. Mit dem Aufstieg des Shōgunats und der Etablierung einer Militäraristokratie wurden die Samurai jedoch zur herrschenden Klasse. Zwischen dem 12. Jahrhundert und der Meiji-Zeit in den 1870igern, galten sie als die inoffiziellen Herrscherklasse auf der Insel. Ihre Hauptwaffe war das Katana, oft ergänzt um ein kleineres Schwert bzw. Dolch, dem sogenannten Wakizashi. Doch sie kämpften auch mit Bögen, Speeren und waren in späterer Zeit begeisterte Nutzer von Feuerwaffen. Neben ihrer militärischen Rolle waren viele Samurai auch gebildet, beschäftigten sich mit Dichtung, Kalligraphie oder Zen-Buddhismus.
Die Ninja dagegen agierten im vormodernen Japan als geheime Agenten und Spione. Im Gegensatz zu den Samurai, die offen und zu mindestens theoretisch ehrenhaft kämpften, operierten die Ninja meist im Verborgenen. Ihre Hauptaufgaben umfassten Beschattung, Sabotage, Aufklärung und Attentate. Besonders im 15. und 16. Jahrhundert, einer Epoche ständiger Kriege, waren sie für rivalisierende Fürsten von großer Bedeutung. Das Museum zeigte eine ganze Reihe an Waffen, die von den Ninja verwendet wurden. Da diese aber stets im Verborgenen agierten, sind die Ausstellungsstücke natürlich nicht so imposant und atemberaubend wie die Ausrüstung der Samurai.
Zuletzt kann man sich in dem Museum auch noch ein Rüstungsimitat überwerfen und grandiose Bilder schießen. Ein Ausflug zu diesem Museum ist wohl ein Muss für jeden, der zum ersten Mal nach Kyoto reist. Wirklich fantastisch!

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