Das British Museum

Als das British Museum 1753 gegründet wurde, war es das erste öffentliche Museum der Welt. Im Laufe der letzten Jahrhunderte wurden unter diesem Dach unglaubliche Schätze angesammelt, sodass das Museum auch heute noch zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeit Großbritanniens zählt. Ursprünglich umfasste das British Museum noch zahlreiche weitere Sammlungen, die aber nach und nach separat aufbewahrt wurden. So ist das Naturkundemuseum seit 1963 unabhängig und die British Library eröffnete 1973 ihre Pforten.
Das 1848 erbaute klassizistische Museumsgebäude besitzt einen zentralen Lesesaal mit einer auffälligen Kuppel. Hier soll Karl Marx über Jahre hinweg an seinem Hauptwerk „Das Kapital“ geschrieben haben. Der umliegende Innenhof ist außerdem mit seinen 7100 Quadratmetern Hoffläche der größte überdachte öffentliche Platz in Europa.

Das British Museum ist kostenlos betretbar und verfügt über die weltweit größte Dauerausstellung, die einfach die gesamte Menschheitsgeschichte umfasst. Wir waren drei, fast vier Stunden in diesem riesigen Gebäudekomplex und haben es gerade geschafft die wichtigsten Eckpunkte der Ausstellung zu sehen.

Darunter war z.B. die sogenannte „Portland“-Vase, die um die Geburtszeit Jesu entstanden sein müsste und zu den feinsten heute noch überlieferten Glasarbeiten aus dem Römischen Reich gehört. Benannt ist sie nach den Dukes of Portland, die die Vase zwischen 1785 und 1945 besaßen.
Nicht weniger faszinierend sind die „Lewis-Chessmen“, ein Satz von 78 Schachfiguren aus Walrosszähnen, die aus dem Norwegen des 12. Jahrhunderts stammen. Durch den regen Handel, den die Wikinger mit den Arabern trieben, verbreitete sich das Schachspiel auch schon früh in Skandinavien. Ein arabisches Astrolabium aus dem Mittelalter erinnert mit seiner feinsten Goldschmiedekunst daran, dass die griechisch-römische Tradition für viele Jahrhunderte im arabischen Kulturraum bewahrt und weiterentwickelt wurde.
Natürlich war das Museum auch gefüllt mit ägyptischen Mumien, griechischen Vasen, seltenen Reliquien und umfangreichen Goldschätzen.

Natürlich wurden viele dieser Kunstwerke aus den entferntesten Ecken des British Empires zusammengerafft und in die Hauptstadt verfrachtet. Meistens ohne Rücksichtnahme auf die kulturelle Relevanz der Objekte und oft auch ohne die Eigentumsverhältnisse zu berücksichtigen. Viel zu häufig wurden die faszinierenden Ausstellungsstücke einfach skrupellos gestohlen.

So auch die berühmten Elgin Marbles, die Marmorskulpturen auf der Akropolis in Athen. Heute werden sie nach dem Botschafter Lord Elgin benannt, der die Werke 1801 herausbrechen ließ, um sie an das British Museum zu verkaufen. Schon zu Lebzeiten des Lords war sein rabiates Vorgehen umstritten und bis heute wird über eine Rückgabe der Raubkunst debattiert.

Ein weiteres Highlight der Sammlung ist der aus Memphis stammende Rosetta Stone von 196 v. Chr. Von einem der Nachfolger Alexander des Großen in Auftrag gegeben, ist das Dekret in drei verschiedenen Sprachen verfasst. In altägyptischen Hieroglyphen, in der ägyptischen Gebrauchsschrift, dem Demotischen und in Altgriechisch. Der Fund war von zentraler Bedeutung bei der Entschlüsselung der Hieroglyphen und gelangte über die Ägyptenfeldzüge Napoleons nach Großbritannien.

Obwohl wir einige Stunden im British Museum verbracht haben, konnten wir so viele Dinge nur flüchtig wahrnehmen. Die chinesischen Bronzegefäße aus der Zhou-Dynastie, die Geisterstatuen aus der Tang-Dynastie, die Löwenjagdszenen aus dem Assyrischen Reich oder auch die Bronzemasken aus Benin. Das Museum liefert einfach eine erschlagende Fülle an prachtvoller Kunst aus der gesamten Menschheitsgeschichte und aus jedem Ecken der Erde.