Das Angkor Museum

Angkor war die Hauptstadt des Khmer-Reichs, das zwischen dem 9. und dem 15. Jahrhundert weite Teile Südostasiens beherrschte. In ihrer Blütephase war die Stadt vermutlich das Zuhause von über einer Million Menschen. Bis in das zwölfte Jahrhundert hinein war der Hinduismus die dominante Religion des Reichs, erst dann konnte sich der Buddhismus allmählich durchsetzen. Die Menschen müssen jedoch sehr gläubig gewesen sein, denn allein bis heute wurden schon über 1000 Heiligtümer und Tempelanlagen auf dem Stadtgelände ausgegraben. Dabei waren die indischen Gottheiten Vishnu, der Bewahrer und Shiva, der Zerstörer, besonders wichtig. Der dritten im Bunde der „hinduistischen Trinität“ ist Brahma, der Schöpfer, der aber in Kambodscha eine untergeordnete Rolle spielte. Eine Statue des elefantenköpfigen Ganesha, Herr der Weisheit und Sohn von Shiva, war natürlich auch im Museum.

Die frühsten schriftlichen Überlieferungen, in denen das Khmer Reich erwähnt wird, sind übrigens chinesische Geschichtsbücher. Dort wurde das Region Fúnán 扶南 genannt, wobei Uneinigkeit darüber herrscht, wer diese Menschen eigentlich waren und ob sie in irgendeinem Staatengebilde zusammenlebten oder nur vereinzelte Stadtstaaten existierten, die sich gelegentlich bekriegten. Diese Fremdbezeichnung, Funan, wird den wechselhaften und komplexen Machtblöcken des damaligen Südostasiens bestimmt nicht gerecht.