





Angkor Wat ist der größte Tempel der Welt. Der Gottheit Vishnu gewidmet, liegt der Tempelkomplex im Zentrum der zerfallenen Hauptstadt des untergegangenen Khmer-Reichs. Schon ein kurzer Blick auf Google Maps genügt, um den symmetrischen Aufbau der Anlage zu erkennen, genauso wie deren Orientierung an den Himmelsrichtungen.
Angkor Wat hat eine rechteckige Grundstruktur und wird umgeben von einer 1,5km x 1,3km langen Mauer sowie einem 190m breiten Graben. Auf zwei Brücken im Osten und Westen gelangt man in das Heiligtum, wobei die Aufnahme hier (Bild 1 und 2) vom sehr viel prachtvollerem Osttor stammt. Außerdem bekommt man hier zwei Nagas, Schlangenwesen aus der indischen Mythologie, zu sehen, die die Balustraden der Brücke bilden. Sobald man den Graben überquert und das Eingangstor durchschritten hat, führt eine schnurgerade Straße zum Tempel selbst.
Wenn es einem hier gelingt den ganzen Fotografen und Nippeshändlern auszuweichen, die einen mit Angeboten belagern, dann schlendert man an zwei sogenannten „Bibliotheken“ vorbei (Bild 3 und 4), die sich rechts und links der Hauptstraße befinden. Ursprünglich hat man angenommen, dass in diesen vorgelagerten Gebäuden die Aufzeichnungen der Khmer gelagert wurden, jedoch ist sich die heutige Forschung diesbezüglich nicht mehr sicher. Jedenfalls sind diese „Bibliotheken“ charakteristische Merkmale der Sakralarchitektur der Khmer und lassen sich auch in vielen anderen Tempeln finden.
Der Tempel von Ankor Wat selbst ist eine Pyramide mit drei Ebenen, die jeweils von einer Mauer umgeben sind und über mehrere Türme verfügen. Auf dem obersten Stockwerk (Bild 7) stehen vier Türme für die jeweiligen Himmelsrichtungen und der höchste, fünfte Turm (Bild 8) steht in der Mitte. Die Türme sind also angeordnet wie die schwarzen Punkte auf einem Würfel, der die fünf zeigt. Die Ummauerungen der drei Stockwerke ist mit wunderschönen Wandreliefs verziert, die die Geschichte der Khmer erzählen und viele Mythen aus dem indischen Heldenepos Ramayana abbildet.






Bei tropischem Klima und gleißendem Sonnenlicht wird der Aufstieg zur höchsten Ebene von Angkor Wat selbst zu einer kleinen Heldenreise. Auf der zweiten Ebene begegnen einem zahlreiche Buddhastatuen, da Angkor Wat im 14. oder 15. Jahrhundert zu einem buddhistischen Tempel umfunktioniert wurde.






