






Zwar entstand schon 1457 an diesem Ort eine kleine Burg, aber erst mit dem Reichseiniger Tokugawa Ieyasu, der die Hauptstadt in das heutige Tokyo verlegte (damals Edo genannt), erlangte die Burg eine größere Bedeutung. Den Bau des großen Burgturms „tenshu“ genannt, erlebte Ieyasu jedoch nicht mehr. Dieser wurde erst 1638 fertiggestellt und war fast 60m hoch. Das Dach war, wie bis heute auch noch bei anderen prestigeträchtigen, historischen Gebäuden, mit mystischen Fischen (shachihoko) versehen. Sie sollten der Abwehr gegen Feuer dienen, dazu sind die Dachziegel mit drei Tropfen gestaltet, sowie die drei Haselwurz-Blätter, dem Symbol des Tokugawa-Clans.
Der übernatürliche Brandschutz versagte, als die Burg 1657 im großen Feuer von Meireki mitsamt der Hauptstadt niederbrannte. Das heute noch zu besichtigen Fundament entspricht nicht dem damaligen Original. Das liegt daran, dass der Shogun sofort mit dem Wiederaufbau beginnen ließ. Da das Reich zu diesem Zeitpunkt aber bereits geeint und befriedet war, brauchte man eine so große Befestigungsanlage nicht mehr. Deshalb stellte man Bauarbeiten, nach einiger Zeit wieder ein und widmete die Energie dem Wiederaufbau der Hauptstadt.
Nach der Meiji-Restauration wurde der Kaiserhof von Kyoto nach Edo verlegt, welches dann auch den Namen Tokyo erhielt. Die Burg, die bis dahin Sitz der Tokugawa Shogune war, fiel an den Kaiser zurück. Anschließend brannte sie aber ein weiteres Mal nieder und wurde nochmal im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Heute befindet sich das Burgfundament im östlichen Garten einer Parkanlage, die auch den kaiserlichen Palast miteinschließt. Letzterer ist aber nur mit Voranmeldung und auch dann nur zu kleinen Teilen zu besichtigen. Besteigt man das noch immer sehr imposante Fundament, hat man einen guten Blick auf den Touka Gakudo Musiksaal mit seiner wunderschönen Mosaikfassade.

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