Tokyo Skytree Town Campus

Beim Betreten des Tokyo Skytree Town Campus wird man von einem lebensgroßen Model des „Valkyrie VF-25“ aus der Anime-Serie „Macross“ begrüßt. Dabei handelt es sich um einen fiktiven Roboter, der zwischen humanoider Gestalt und Kampfjet hin und herwechseln kann. „Macross“ ist eine Animeserie aus dem Jahr 1982 und entwickelte sich parallel zu „Transformers“, die 1984 das Licht der Welt erblickten. Die „Transfomers“ sind tatsächlich Resultat der Zusammenarbeit japanischer und amerikanischer Spielzeugunternehmen und einige der Robotermodelle sind direkte Kopien aus der Serie „Macross“. Geistiger Vorfahre jedoch war „Gundam“ von 1979. Welcher genaue Zusammenhang zwischen diesen drei IPs existiert, konnte ich trotz einer Reise in das Rabbit Hole des Reddit Forums nicht herausfinden.

Weiteres Highlight der Ausstellung ist eine originaltreue Kopie der Hayabusa 2 Raumsonde. Wer sich hier an Suzuki-Motorräder erinnert fühlt, dem sei gesagt, dass Hayabusa so viel bedeutet wie „der Wanderfalke“. Ein passender Name also, sowohl für schnelle Bikes als auch für Raumsonden. 2014 wurde Hayabusa 2 ins All geschossen, 2019 erreichte sie den Asteroiden (162173) Ryugu. Dort feuerte sie Projektil ab und sammelte das herausgesprengte Material ein. Zuletzt landete ein Teil der Sonde mitsamt der Asteroidenproben 2020 wieder auf der Erde.

Zuletzt gibt es noch eine Ausstellung bzgl. verschiedener Fortbewegungsmethoden für Roboter, unter anderen wurden auch Modelle gezeigt, die zum Auskundschaften des AKW Fukushima verwendet wurden. Häufig hat man sich von der Tierwelt inspirieren lassen und einige der Maschinen erinnern an Krabbeltierchen. Andererseits kann man aber auch den Unterleib des Terminators bewundern. Zwei Roboterbeine mit der bislang weltweit höchsten Traglast.

Das Postmuseum Tokyo befindet sich, ebenso wie das Chiba Institute of Technology im Gebäude des Skytree-Towers. Im Jahr der deutschen Reichsgründung 1871, als Bismarck im Schloss Versailles die Proklamation verlas, entstand im weit entfernten japanischen Kaiserreich der erste moderne Postdienst. Wurden die Briefe zunächst noch mit der Kutsche ausschließlich zwischen Tokyo, Kyoto und Osaka transportiert, weitete sich der Dienst bald auf das ganze Land aus. Neben dem Postversand, behandelt das Museum auch die Geschichte der Telekommunikation in Japan, von den ersten Telegraphenmasten hin zu den frühen Telefonen.

Außerdem beherbergt das Museum die größte Briefmarkensammlung, die ich je gesehen habe mit Beispielen aus der frühsten Phase des Postbetriebs bis in die Zeit der Jahrtausendwende. Danach bricht die Sammlung leider ab. Dafür gibt es Briefmarken von jedem Flecken der Erde. So habe ich z.B. Briefmarken aus dem Königreich Württemberg von 1863 gefunden oder natürlich Marken aus dem deutschen Reich von 1934 mit dem Hakenkreuz.

Auch wenn es sich alles in allem um ein eher kleines Museum handelt, ist es doch liebevoll eingerichtet, dass sich ein Besuch jederzeit lohnt. Ein gemütliches Paradies für jeden Philatelisten!

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