Hong Kong

Das letzte Mal, als ich in Hong Kong gelandet bin, war ich nur auf der Durchreise. In einem futuristischen Kubus aus Glas und Edelstahl stand ich auf dem Flughafen, drehte mir eine Zigarette und schaute auf einen der zahlreichen Bildschirme, die an jedem freien Fleck angebracht waren. Vermummte Demonstranten suchten unter ihren bunten Regenschirmen Schutz vor den Wasserwerfern und dem Pfefferspray der Polizei. Menschenmassen, die Plakate schwenkend für die Wahlfreiheit kämpften. Schließlich flog ich weiter nach Xiamen und nach 79 Tagen verstummten auch die Proteste des „Umbrella Movement“ in Hong Kong.

Heute schütz der Regenschirm nur vor dem Unwetter. Die Stadt, deren chinesische Schriftzeichen „duftender Hafen“ (Xiānggǎng 香港) bedeuten und die auch „Perle des Orients“ genannt wird, scheint heute, zwischen ihren Hochhausschluchten ein düsteres Geheimnis zu hegen. Jeden Moment erwartet man, dass das Fledermaus-Signal an den tiefhängenden, dunklen Wolken erscheint.

Die ersten vier Fotos sind rund um den Statue Square entstanden. Dieser wurde ursprünglich so genannt, weil sich hier viele Statuen von Mitgliedern aus dem britischen Königshaus befanden. Während dem 2. Weltkrieg wurden diese jedoch von den japanischen Besatzern entfernt und eingeschmolzen. Geblieben ist nur noch eine Bronzestatue von Thomas Jackson, eines frühen Direktors der Hongkong Shanghai Banking Corporation (HSBC).

Das kurze Video zeigt die für Hong Kong charakteristischen zweistöckigen Straßenbahnen. Um Zusammenstöße zu vermeiden, bimmeln sie ständig und werden deshalb auch Dingding (叮叮) genannt.

Die letzten beiden Bilder wurden von der Aussichtsplattform auf dem Victoria Peak geschossen. Mit einer 1888 eröffneten Seilbahn, der „Peak Tram“ sind wir innerhalb weniger Minuten auf Hong Kongs höchsten Berg gefahren. An einzelnen Abschnitten existiert eine Steigung von 48%, sodass man in der Bahn kaum stehen kann. Oben angekommen war es extrem windig und plötzlich auch frostig kalt. Gerade die niedrigeren Temperaturen waren der Hauptgrund dafür, dass sich die britischen Beamten während der Kolonialzeit gerne in dieser Region aufgehalten haben.

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