





Hier sehen Sie einen Affen. Daneben ein Modell des Australopithecus afarensis. Dabei handelt es sich um eine frühe Form des Menschenaffen, der vor ca. 3,8 bis 2,9 Millionen Jahren in der Region des heutigen Tansania und Äthiopien gelebt haben müsste. Die berühmteste Vertreterin dieser Gattung ist die 1974 entdeckte Lucy, benannt nach dem Beatles-Song „Lucy in the Sky with Diamonds“. Während man an ihren Beckenknochen erkennen kann, dass Lucy schon aufrecht gehen konnte, sind ihre Armknochen im Vergleich zu ihren Beinknochen relativ stark. Das wiederum deutet darauf hin, dass Lucy noch viel in Bäumen geklettert sein muss. Heute weißen ihre Knochen viele, für einen Sturz aus großer Höhe charakteristischen Brüche auf. Deshalb geht man davon aus, dass Lucy dadurch starb, dass sie von einem Baum gefallen ist. Diese Hypothese ist aber nicht unumstritten, weil die Brüche auch erst später, im Verlauf der Fossilisation aufgetreten sein könnten.
Das Naturkundemuseum in Taichung ist wirklich beeindruckend! Neben allerlei Affen, die sich dort tummeln, findet man außerdem die Skelette viele großer Saurier, sowie ein furchterregend echter Nachbau eines T-Rex samt Nachwuchs. Diese sind, genauso wie die Velociraptoren, mit Motoren und einem Bewegungssensor ausgestattet. Das heißt die Modelle bewegen sich nicht willkürlich, sondern folgen einem mit ihren Blicken und fauchen, zischen und brüllen immer dann, wenn man an ihnen vorbeiläuft.
Neben paläontologischen Ausstellungsstücken kann man in dem Museum auch viele Artefakte aus der chinesischen Geschichte bestaunen. So z.B. ein Anzug aus kleinen Jadeplättchen, ein Jade-Totengewand, wie ihn die Elite der Han-Dynastie in ihren Gräbern trugen. Oder eine Kopie einer berühmten Sternenkarte aus Suzhou (Suzhou Shike Tianwentu蘇州石刻天文圖), die 1247 in Stein gemeißelt wurde. Auch eine Kupferstatue eines Menschen mit Löchern entlang der Meridiane, die bei der Akkupunktur-Ausbildung genutzt wurde, befand sich im Museum.
Am Ende verbrachten wir vielleicht einen guten Vormittag in dem Museum, mussten aber feststellen, dass wir eigentlich zu wenig Zeit für die vielen verschiedenen Ausstellungen eingeplant hatten.

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