





Taichung (Táizhōng Shì 臺中市) liegt an der Westküste mitten in Taiwan und eignet sich deshalb als perfekter Ausgangspunkt für Reisen zum Sonne-Mond-See oder zum Alishan.
Einer der Hauptattraktionen der Stadt ist das Regenbogenviertel. Ein kleiner Straßenzug weniger Gebäude, die eigentlich abgerissen werden sollten, wurde vor 15 Jahren von dem Amateurkünstler Yong-Fu Huang neugestaltet. Der sogenannte „Grandpa Rainbow“ verhinderte damit dem Abriss seiner Nachbarschaft und machte sich landesweit einen Namen.
Gleich nach unserer Ankunft sind wir zum Fusion Space 1962 gepilgert, einem zur Galerie und Veranstaltungshalle umgebauten Fabrikgebäude. Dort konnte man einen alten Luftschutzbunker besichtigen, sowie viele alternative Läden. Darunter auch ein Geschäft, dass sich nicht auf Vinyl, sondern auf Kassetten spezialisiert hat.
Noch eine kurze Bemerkung zum Namen der Stadt: Das Schriftzeichen Tai 臺 von Taichung, ist dabei dasselbe wie das Tai von Taiwan. Es bedeutet so viel wie Plattform, Ebene oder Terrasse. Taichung ist dabei die Ebene in der Mitte. Taipei (臺北), die Hauptstadt, heißt die Ebene im Norden und natürlich gibt es noch ein Taitung (臺東) im Osten, ein Tainan (臺南) im Süden, sowie ein Taixi (臺西) im Westen. Taiwan selbst ließe sich als die „ebene Bucht“ übersetzen. Wahrscheinlicher ist aber eine phonetische Übertragung aus der Ureinwohnersprache der Taivoan. Dieses Volk lebte in der Gegend des heutigen Tainan und gehörte wahrscheinlich zu den ersten Einheimischen, die mit den Holländern Kontakt hatten.
Die Stadt hat einen eher durchwachsenen Eindruck hinterlassen. Auf der einen Seite beheimatet es ein grandioses naturkundliches Museum und ist die Ursprungsstätte des Bubble Tea, auf der anderen Seite sind viele Teile Taichungs stark heruntergekommen und gerade um den historischen Hauptbahnhof mit seiner roten Ziegelsteinarchitektur aus der japanischen Kolonialzeit tummeln sich die Obdachlosen. Nirgendwo sonst in Taiwan habe ich bisher so viel Armut gesehen.

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