Burg Ramstein

Nur ca. eine halbe Stunde Fahrt mit dem Auto von Trier entfernt, befindet sich die Burg Ramstein. Schon um 915 stand hier ein Gutshof, später Anfang des 14. Jahrhunderts ließ Erzbischof Diether von Nassau den Burgturm errichten. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) eroberten französische Truppen das Gebiet und zerstörten die Burg weitestgehend. Sie sollte nie wieder aufgebaut werden.

Als wir die charmante Ruine betraten, zwitscherte ein kleiner Turmfalke laut auf und fühlte sich sichtlich gestört durch unsere anmaßende Anwesenheit. Wir ließen uns aber nicht beirren, sondern versuchten zu rekonstruieren, wie das Leben hier vor einigen Jahrhunderten ausgesehen haben muss. Tritt man durch die Eingangstür erkennt man sofort, dass im Erdgeschoss die Küche gelegen haben muss, da sich dort der größte Kamin des Hauses befand. Im ersten Obergeschoss gab es drei weitere Kamine; der Bereich soll früher durch eine Fachwerkwand zweigeteilt gewesen sein und diente wahrscheinlich als privater Wohnraum des Burgherrn. Das zweite Obergeschoss bestand aus einem großen Saal für Feste, Empfänge, Sitzungen etc. Im dritten Obergeschoss fehlten Kamine, weshalb es vermutlich die Unterkünfte der Bediensteten beherbergte.

Möglicherweise patrouillierten auch Wachen auf dem Burgturm, Boten ritten die Alte Römerstraße Richtung Trier rauf und runter, und unten im Hof wurde gekocht, geschmiedet und gewerkelt. Romantisch? Vielleicht. Aber ohne Heizung wahrscheinlich auch ganz schön zugig.