Kiel und Umgebung

Kiel und Umgebung war die nächste Etappe auf unserer Ostsee-Odyssee. Zunächst sind wir beim Olympiagelände Schilksee am Strand entlang geschlendert. Obwohl die Olympischen Sommerspiele 1972 größtenteils in München stattfanden (wo ja auch das berühmte Attentat auf die israelische Mannschaft passierte), wurden die Segelwettbewerbe in Kiel ausgetragen. Dafür wurde ein parallel zum Hafen gelegener, 300m langer Beton-Riegel, bestehend aus über 400 Wohnungen mit Blick auf die Kieler Förde, errichtet.

Von dort aus ging es mit der Fähre weiter nach Laboe. Dass wir unser Deutschlandticket für die ca. halbstündige Fahrt verwenden konnten, hat uns besonders gefreut. Laboe ist bekannt für das Marine-Ehrenmal, welches ursprünglich an die gefallenen Seeleute des Ersten Weltkriegs erinnern sollte. Am 8. August 1927 fand die Grundsteinlegung des 72 Meter hohen Turms statt, dessen markantes Äußeres an die Finne bzw. an den Brückenturm eines U-Boots erinnern soll. Seitdem sechs Jahre später die Einweihung erfolgte, prägt das Denkmal das Gesicht der Kieler Außenförde.
Heute ist das Ehrenmalmal allen auf See Gebliebenen, egal welcher Nation, gewidmet. Neben dem begehbaren Turm existiert außerdem eine ausgedehnte, unterirdische Gedenkhalle mit Schiffsmodellen und endlosen Namenszügen all jener, die im Laufe der letzten Kriege ertrunken sind.

Direkt vor dem Marine-Ehrenmal liegt das U-Boot U995, welches ebenfalls besichtigt werden kann. Im Jahr 1943 in Betrieb gegangen, wurde es 1952 in den Dienst der norwegischen Marine gestellt. Während des 2. Weltkriegs ging dieses U-Boot auf mehrere Feindfahrten, wurde dabei selbst mehrmals beschädigt, versenkte dabei aber auch zahlreiche andere Schiffe. Über eine Dekade später, im Jahr 1965, wurde das U-Boot wieder an die BRD zurückgegeben. Als Kriegsgerät war es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr einsetzbar und so wurde es seit Anfang der 70iger als Museumsboot ausgestellt. Heute das letzte erhaltene U-Boot diesen Typs und wird, genauso wie das Ehrenmal dahinter, vom Deutchen Marinebund instandgehalten.