





Während des ersten Opiumkriegs (1839-1842) stand der Big Ben noch gar nicht. Zu dieser Zeit wurde der Westminster Palace, den wir als Sitz des britischen Parlaments kennen, gerade erst in verschiedenen Etappen gebaut. Während die britische Krone in Asien ihr Recht verteidigte Drogen an das chinesische Volk zu liefern, wurde der ikonischste aller Paläste Londons gerade erst im neugotischen Stil erbaut.
Der große Uhrturm, offiziell Elisabeth Tower, wurde dann 1859 fertiggestellt und damit ein Jahr vor dem traurigen Höhepunkt des zweiten Opiumkriegs (1856-1860) in dem der Sommerpalast des chinesischen Kaisers durch britische Truppen und Soldaten anderer Westländer niedergebrannt wurde.
Obwohl man mit „Big Ben“ meistens den gesamten Turm meint, beschreibt der Name eigentlich nur die größte von fünf Glocken in der Turmspitze.
Betrachtet man diese altehrwürdigen Gebäudefassaden ist es immer wieder merkwürdig sich klarzumachen, dass unsere Städte im Mittelalter völlig anders aussahen. Die großen Stadtbaumaßnamen von Baron Haussmann welche Paris sein heutiges Gesicht verleihen sollten, begannen ebenfalls zu dieser Zeit, nämlich im Jahr 1853.
Direkt neben dem Big Ben befindet sich die Heldenstatue von Winston Churchill, der zwar für seinen Kampf gegen die Nazis gefeiert wird, der aber den Horden deutscher Touristen machtlos gegenübersteht, die hier sonntäglich ihr Unwesen treiben. In unmittelbarer Nachbarschaft davon liegt die Westminster Abbey, die im 13. Jahrhundert ganz original im gotischen Stil errichtet wurde.
Im Vergleich dazu ist der Buckingham Palace geradezu jung, da sein Vorgänger 1703 als Privatgebäude gebaut wurde, welches im Laufe der Zeit erweitert wurde und dann in königliche Hand fiel. Die Tower Bridge dagegen stammt aus dem Jahr 1894. Acht Jahre zuvor entwickelte Carl Benz das erste Auto der Welt. Als man die Zugbrücke entworfen hat, ging man also wahrscheinlich noch davon aus, dass in erster Linie Pferdekutschen über sie rollen würden.
