Marc Aurel Ausstellung im Landesmuseum RLP

Aktuell widmet sich das Landesmuseum Rheinland-Pfalz einem der Stars der stoischen Schule, dem „Kaiser, Feldherr, Philosoph“ Marc Aurel.

Marc Aurel war von 161 bis 180 n.Chr. Kaiser des Römischen Reichs. Schon früh zeigte er Interesse an Philosophie und als Kronprinzen wurde ihm auch die beste Ausbildung zu Teil. So kam er früh mit dem Denken der Stoiker in Berührung, einer ursprünglich aus Griechenland stammenden Lehre, die Selbstbeherrschung, Vernunft und innere Ruhe ins Zentrum ihrer Überlegungen stellt.
Die Regierungszeit Marc Aurels verlief jedoch alles andere als ruhig. Sie war geprägt von Grenzkriegen an der Donau, Aufständen im Osten des Reichs und einer verheerenden Seuche, die viele Opfer forderte. In den letzten Jahren seines Lebens, in denen er größtenteils mit seinem Heer im Feldlager übernachtete, schrieb er die berühmten „Selbstbetrachtungen“. Das Werk gilt heute als Grundlagentext des Stoizismus. Wahrscheinlich waren die Aufzeichnungen zunächst nur für den privaten Gebrauch bestimmt, vielleicht auch um seinen Sohn Commodus zu unterrichten. Ab dem 16. Jahrhundert wird der Text aber auch in der breiten Bevölkerung immer beliebter. Heute gehört die gelbe Reclam-Ausgabe zum Standardrepertoire der meisten Buchhandlungen.
Die Ausstellung im Landesmuseum lässt die Zeit des Philosophenkaisers wiederauferstehen. Während sich einige Räume auf das Leben und die Familienverhältnisse des Kaisers konzentrieren, so war er selbst „nur“ der Adoptivsohn des Kaisers Antonius Pius, stehen die politischen Ereignisse während seiner Regierungszeit im Mittelpunkt anderer Räume. Anhand von Miniaturen wird z.B. gezeigt, wie riesig eine römische Legion gewesen ist.

Nachdem er viel Zeit nördlich der Alpen im Kampf gegen die Germanen verbracht hat, stirbt Marc Aurel wahrscheinlich in der Nähe von Wien. Sein Sohn Commodus beendet den Krieg im Norden, gilt aber schnell als grausamer und willkürlicher Herrscher. Die „Selbstbetrachtungen“ seines Vaters schien er sich nicht allzu sehr zu Herzen genommen zu haben.