Weitere Tempel in Angkor

Zum Beispiel wäre da der Ta Keo-Tempel östlich des Bayon, der über hundert Jahre vor Angkor Wat errichtet wurde und bei dem es sich um den ersten Tempel der Khmer handelt, der komplett aus Sandstein besteht. Obwohl er nie ganz fertiggestellt wurde, kann man am Ta Keo-Tempel die Eckpunkte der Sakralarchitektur der alten Khmer sehr gut erkennen. Wieder handelt es sich um eine mehrstöckige Tempelpyramide mit mehreren Plattformen. Auf der obersten Ebene befinden sich außerdem zwei sogenannte „Bibliotheken“. Kleine vorgelagerte Gebäude, in denen möglicherweise die Schriften der Khmer aufbewahrt wurden, wobei man sich heute bzgl. deren Funktion nicht mehr einig ist.

Weiter im Norden läuft man an einem künstlich angelegten Lotusteich vorbei, bevor man zu dem Tempel Neak Pean gelangt. Dabei handelt es sich um eine quadratische Insel mit Tempelturm inmitten eines riesigen Staubeckens. Jedoch handelt es sich nur um eines von insgesamt drei Staubecken, die im 13. Jahrhundert die Hauptstadt des Khmer Reichs mit Wasser versorgten. Der Östliche Mebon wurde ebenfalls auf einer künstlichen Insel in der Mitte eines Stausees errichtet. Obwohl er nochmal einige Jahrhunderte älter ist als der Neak Pean, ist er dennoch um Längen größer. Heute ist der Stausee jedoch längst ausgetrocknet, sodass der Tempel mitten im Urwald steht.

Zwischen all diesen verstreuten Tempelanlagen befinden sich kleinere Sträßchen durch den Wald und überall am Wegrand lassen sich weitere Ruinen und verdächtig wirkende Steinhaufen erkennen. Insgesamt war ich fünf Tage in Angkor aber hätte locker noch ein paar Wochen länger bleiben können.