Das kambodschanisch-vietnamesische Kriegsdenkmal

Die jüngere Geschichte Kambodschas ist stark von Gewalt und politischen Umbrüchen geprägt. Von der französischen Kolonialherrschaft, hin zum Opfer des Vietnamkriegs, dann die Machtübernahme durch die Roten Khmer und Völkermord. Schließlich die Invasion Vietnams und ein Bürgerkrieg. 1997 stirbt Pol Pot unter ungeklärten Umständen und erst seitdem herrscht relative Ruhe. Diese Geschichte spiegelt sich auch im Stadtbild von Siem Reap wider.

Das kambodschanisch-vietnamesische Kriegsdenkmal im Herzen von Siem Reap gedenkt den gefallenen Soldaten aus Kambodscha und Vietnam, die gemeinsam gegen das Pol Pot Regime kämpften. Nachdem die Khmer Rouge auf grausame Art und Weise ab 1975 ihr eigenes Volk dezimierten, entschloss sich Vietnam 1978 einzumarschieren. Tatsächlich ist dieser Brüderkrieger unter sozialistischen Ländern auch eine Auswirkung des chinesisch-sowjetischen Zerwürfnisses. Die Sowjetunion unterstützte Vietnam, während China auf d er Seite Kambodschas stand. Nun konnte Vietnam den Widerstand der Kambodschaner nie brechen, sodass die Besatzung bis 1989 anhielt. Vier Jahre später wurde aus dem Land eine konstitutionelle Monarchie und viele Khmer Rouge Mitglieder konnten straffrei weiterleben. Das hier abgebildete Kriegsdenkmal ist daher relativ neu. Es wurde erst 2005 eröffnet.

Der Tempel „Wat Thmey“ bzw. die Killing Fields gedenkt den Opfern des Genozids, den die Khmer Rouge zwischen 1975 und 1979 begangen. Heutige Schätzungen gehen davon aus, dass 1,7 bis 2,5 Millionen Menschen unter dem Schreckensregime ums Leben kamen. Im ganzen Land fanden Massenmorde statt, so auch auf dem Gelände, auf dem heute dieses buddhistische Kloster an die Gräueltaten erinnert.

Das Kriegsmuseum am Stadtrand gleicht einer Mischung aus Schrottplatz für altes Kriegsgerät und Freilichtmuseum des Schreckens. Neben den Panzern, Hubschraubern und Geschützen, stehen vor allem die Landminen hier im Vordergrund. Kambodscha ist eines der Länder mit der höchsten Landminenbelastung weltweit. Viele Millionen Sprengkörper liegen noch in den Wäldern und ländlichen Regionen begraben und bedrohen bis heute die Bevölkerung.